Voerde: Nabu-Kinder sammeln 14 Säcke voller Müll am Rheinufer zusammen

Müllsammelaktion : Kleine Umweltschützer säubern Rheinufer

Die Ausbeute der Nabu- Kindergruppe ist beachtlich: Auf nur 100 Metern sammelten die jungen Helfer 14 Säcke voller Abfall ein.

„Welche Mengen von Menschen illegal entsorgtem Unrat über die Winterhochwasser an die Ufer des Rheins gespült werden, ist unfassbar“, sagt Peter Malzbender vom Nabu-Vorstand, Kreisgruppe Wesel. Davon konnten sich jetzt 18 aktive Sprösslinge aus der Nabu-Kindergruppe Voerde-Dinslaken ein trauriges Bild machen. Sie waren mit einigen Erwachsenen angetreten, um am rechten Rheinufer in Voerde-Möllen, ganz in der Nähe der Rotbachmündung, Müll zu sammeln.

Bevor es losging, erklärte Nabu-Gruppenleiterin Petra Sperlbaum, welch verheerende Auswirkungen gerade der Plastikmüll in den Gewässern für alle Lebewesen hat. Die Biologin vermittelte eindrücklich ihren jungen Naturschützern, alles zu tun, um gerade auch in Zeiten der Umwelt-Initiative von Schülern „Fridays for Future“ grundsätzlich weniger Plastikverpackungen und ähnliches zu nutzen. Dazu könne man gerne auch die eigenen Eltern mit ins Boot nehmen, ergänzte sie.

In nur zwei Stunden sammelte der Naturschutznachwuchs 14 blaue Säcke voll Abfall ein – und das gerade mal auf einem Abschnitt von knapp 100 Metern. Für die Kinder echte Knochenarbeit. Aus dem pflanzlichen Schwemmgut fummelten die Kinder mühsam und mit sehr viel Fingerspitzengefühl kleine Plastikteile.

Auffällig waren die Massen der dünnen Plastikröhrchen von Ohrenstäbchen. Die gefährden viele Fischarten und fischfressende Vögel, weil die Tiere die Stäbchen oft irrtümlich mit dem Futter aufnehmen und dann daran qualvoll ersticken. „Und das alles nur, weil immer noch Menschen Ohrenstäbchen mit der Toilettenspülung entsorgten“, kritisiert Sperlbaum. Die kommunalen Kläranlagen könnten diese aber meistens gar nicht herausfiltern. „Die Kinder waren entsetzt, was sie auf dem kurzen Uferabschnitt alles gefunden haben“, erklärt Sperlbaum. Manches Plastikteil zerbröselte bereits in der Hand. Vieles davon würde dann über die Flüsse in die Meere transportiert und gelange als Mikroplastik in Fischen oftmals wieder auf unseren Tellern. Dies sei auch für Menschen nicht unbedenklich, so die Gruppenleiterin.

(RP)
Mehr von RP ONLINE