Voerde geht neue Wege in der Kulturförderung

Stadt Voerde will Richtlinien ändern : Neue Wege für die Kulturförderung

Neue Vorgaben der Stadt Voerde sollen Gleichbehandlung der Antragsteller gewährleisten.

Für die Förderung kultureller Angebote im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Voerder Art“, für die im Haushalt jährlich 3000 Euro bereit stehen, soll ab kommendem Jahr eine Richtlinie gelten.

Die Verwaltung möchte sich in der anstehenden Beratungsfolge dafür von der Politik grünes Licht holen. Als erstes berät der Kultur- und Sportausschuss über das Thema. Zuvor hatte sich der zuständige Arbeitskreis Kultur – das Gremium tagt nicht öffentlich – mit der Thematik befasst. Ein Auslöser sei die Bitte eines Chores gewesen, „das finanzielle Risiko des Veranstalters bei der Durchführung der qualitativ hochwertigen und aufwendigen Konzerte ,Voerder Art’, die außerhalb und zusätzlich zur üblichen Konzerttätigkeit“ veranstaltet werden, „zu überdenken“, heißt es in der betreffenden Drucksache.

Während der Diskussion im Arbeitskreis sei festgestellt worden, dass die bisherige Handhabe, wie Zuschüsse gewährt wurden, in Frage zu stellen sei und Chöre sowie sonstige Kulturschaffende bei der Durchführung hochwertiger kultureller Veranstaltungen an ihre „finanziellen Grenzen geraten“. Zukünftig sollen bei der Förderung von (Chor-)Konzerten Rahmenbedingungen gelten, die die kostenmäßige Vergleichbarkeit der Veranstaltungen und somit die Gleichbehandlung der Antragsteller gewährleisten.

In einer Liste werden zur Kostenorientierung Zuschussbeträge etwa für den ausrichtenden Chor (Grundbetrag), Klavierbegleitung, den Einsatz von Solisten und mehr aufgeführt. Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen und sonstige kulturelle Veranstaltungen will die Stadt im Zuge einer Fehlbedarfsförderung finanziell unterstützen. Dabei muss die Eigenleistung des Veranstalters (Eintrittsgelder und/oder Spenden) in einem „angemessenen Verhältnis“ zu der beantragten Förderung stehen. Laut Richtlinie würde hier als Betrag eine Mindesteinnahme von 200 Euro vorausgesetzt.

Der Zuschuss, so heißt es weiter, gleiche maximal die Höhe des entstandenen Fehlbetrages aus und werde auf höchstens 800 Euro festgelegt.

Anderer Fall: Aktuell ist es so, dass die Stadt für Einzelausstellungen die Räumlichkeiten (Großer Sitzungssaal im Rathaus) – kostenlos zur Verfügung und Personalkosten für die Hausmeister nicht in Rechnung stellt. Im Gegenzug müssen die Kulturschaffenden alle mit der Ausstellung verbundenen Kosten selbst tragen. Für die alle vier Jahre stattfindende Hobbykunstausstellung wurde eine Mindestteilnehmerzahl von 15 Personen und eine Kostenbeteiligung von 40 Euro je Künstler festgelegt, wie die Verwaltung weiter ausführt. Es habe sich gezeigt, dass die Auflagen für die Veranstaltung einer Einzelausstellung ein K.o.-Kriterium seien und dadurch große Hemmschwellen für die heimischen Kunstschaffenden aufgebaut worden seien, weil der finanzielle Aufwand für eine professionell durchgeführte Ausstellung nicht unbeträchtlich sei.

Mit der neuen Richtlinie, die zum 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, würde die Stadt für eine Ausstellung professioneller Künstler einen Festbetrag von 500 Euro zur Verfügung stellen, wobei die Regelung, was die Räumlichkeiten und die Hausmeister betrifft, die gleiche bliebe. Bei der alle vier Jahren laufenden Hobbykunstausstellung soll anders als bisher die Situation „finanziell schlechter“ gestellter Menschen, die staatliche Leistungen beziehen, berücksichtigt und der Teilnehmerbetrag für sie auf 20 statt auf 40 Euro festgesetzt werden.

Der Kultur- und Sportausschuss tagt am Mittwoch, 14. November, ab 17 Uhr in Raum 137 des Rathauses Voerde.

(P.K.)
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