1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Voerde: Voerde gegen Gas-Förderung

Voerde : Voerde gegen Gas-Förderung

Die Stadtverwaltung hat erhebliche Bedenken gegen die geplante Förderung von Erdgas auf Voerder Gebiet angemeldet. Die Bereiche sind zu dicht besiedelt, Bergsenkungen könnten den Hochwasserschutz gefährden.

Ein Firmenzusammenschluss, bestehend aus der Düsseldorfer Thyssen Vermögensverwaltung und der in Bochum ansässigen Patentverwertungsgesellschaft für Lagerstätten, Geologie und Bergschäden, will in Voerde Erdgasvorkommen erkunden und den Energieträger dann auch gewinnen. Gegen dieses Vorhaben hat die Kommune bereits im vergangenen Jahr erhebliche Bedenken angemeldet, da damals das so genannte Fracking-Verfahren angewendet werden sollte. Dabei wird das Gebirge durch Einpressen eines Sand-Wasser-Chemikalien-Gemisches aufgelockert, um die Durchgängigkeit von Gas zu verbessern. Nun hat das Unternehmen seinen Antrag überarbeitet und erklärt, auf das Fracking verzichten zu wollen. Die Stadt Voerde hält jedoch an ihren grundlegenden Bedenken fest und hat sie der Bezirksregierung Arnsberg als zuständiger Genehmigungsbehörde in einer vorläufigen Stellungnahme im Detail erläutert.

Verzicht auf Fracking erklärt

Obwohl das Firmenkonsortium die Fracking-Methode nicht einsetzen will, führt die Gewinnung von Gruben- beziehungsweise Flözgas nach Ansicht der Voerder Verwaltung zu Bergsenkungen. Auch blieben die Bohrungen und der Betrieb der übertägigen Anlagen nicht ohne Auswirkungen, die Risiken bergen würden. Zudem wird befürchtet, dass das Unternehmen "zu einem späteren Zeitpunkt wieder auf die Fracking-Methode zurückgreifen" wird, wie es in der Stellungnahme heißt.

Die Erkundungen sollen im so genannten "Feld WeselGas" stattfinden, das eine Fläche von 320 Quadratkilometer umfasst und sich zum überwiegenden Teil im Kreis Wesel mit den Kommunen Voerde, Hünxe, Rheinberg, Wesel, Hamminkeln, Xanten, Alpen, Schermbeck und Sonsbeck befindet. Nach Ansicht der Stadt Voerde sprechen folgende Gründe gegen das Vorhaben. Der Voerder Untersuchungsbereich ist bis auf geringe Ausnahmen "sehr dicht besiedelt". Bei den wenigen unbesiedelten Flächen handelt es sich um wertvolle Waldbestände oder Areale im Rheinvorland, die zum Vogelschutzgebiet "Unterer Niederrhein" gehören. Von möglichen Bergsenkungen wären empfindliche Anlagen und Betriebe betroffen, wie Aluminiumhütte, Schleuse, Hafenanlagen, Präzisionsmachinenbau und Großdruckerei. Im Bereich des Rheins könnte der Hochwasserschutz gefährdet sein.

Nach grundlegender Überzeugung der Verwaltung ist im Gebiet der Stadt Voerde "eine Erdgasförderung ohne erhebliche Beeinträchtigung öffentlicher Belange faktisch unmöglich".

Internet Mehr zum Thema lesen Sie unter www.rp-online.de/dinslaken

(RP)