Voerde: Bademeister im Strandbad Tenderingssee

Rettungsschwimmer im Einsatz : Die guten Geister vom Tenderingssee

Alles im Blick, alles im Griff: Die Rettungsschwimmer im Strandbad Tenderingssee behalten auch bei Hitze einen kühlen Kopf und sorgen dafür, dass sich auch bei Hochbetrieb die Badegäste sicher fühlen können.

Wenn man nur einen flüchtigen Blick auf das Aufsichtspersonal am Tenderingssee wirft, wie es wohl die meisten Badegäste tun, so könnte man meinen, man hätte dort nicht viel zu tun. In der Sonne sitzen, am Strand entlang spazieren und nur dann eingreifen, wenn es einen ernsthaften Notfall im Wasser gibt. Weit gefehlt. „Wir müssen bei unserer Arbeit immer hochkonzentriert sein“, erklärt Max Schütte. Der 21-jährige Student ist mittlerweile in der fünften Saison als Rettungsschwimmer im Strandbad beschäftigt. Für eine Rettungsaktion ins Wasser musste er in dieser Zeit bisher nur ein Mal. „Da habe ich zwei Kinder aus einem Bereich geholt, in dem ich noch stehen konnte. Sie waren etwas übermüdet, da bin ich ins Wasser, habe sie gepackt und bin wieder raus“, erzählt er. „Aber eigentlich ist unsere Hauptaufgabe, zu verhindern, dass überhaupt etwas passiert“, erklärt er.

Deswegen ist auch Konzentration erforderlich. Die Aufsicht am Strandbad muss alles im Blick haben, um gefährliche Situationen verhindern zu können. Ausgebildete Rettungsschwimmer sind dabei die meisten. „Darauf legt das Team hier großen Wert“, erklärt Max Schütte. Zu den Rettungsschwimmern am Tenderingssee gehört auch Judith Ingendoh. Die 18-Jährige hat gerade ihr Abitur gemacht und ist nun in ihrer ersten Saison im Strandbad. Allerdings ist sie auch bei der DLRG aktiv, bildet dort selbst Rettungsschwimmer aus. „Man muss, kurz gesagt, eine Person abschleppen, an Land bringen und wiederbeleben können“, erklärt Judith Ingendoh. Um als Rettungsschwimmer am Tenderingssee eingesetzt werden zu können, braucht man ein Deutsches Rettungsschwimmabzeichen in Silber.

Dass man auch in Erster Hilfe ausgebildet sein muss, erklärt sich schon dadurch, dass die meisten kleineren Notfälle außerhalb des Wassers auftreten. „An besonders heißen Tagen kommt es schon mal vor, dass Besucher einen Hitzschlag bekommen“, sagt Max Schütte. Auch kleinere Verwundungen durch Glasscherben, die irgendwo im Sand verborgen sind, kommen schon mal vor. Und es gibt auch Badegäste, die sich an einem der Strandkörbe die Hand einklemmen. Dann sind die Aufsichtspersonen am Strand als Ersthelfer gefragt. „Was wir relativ häufig haben, sind Eltern, die plötzlich ihre Kinder suchen – oder umgekehrt“, sagt Max Schütte. Im Trubel eines vollen Strandbades verliert man sich anscheinend schnell mal aus den Augen. Aber natürlich gilt auch hier die Aufsichtspflicht für die Eltern, selbst wenn überall Menschen unterwegs sind, die „Aufsicht“ in großen Buchstaben auf ihren T-Shirts stehen haben. „Bisher haben die Familien noch immer zusammengefunden“, sagt Max Schütte.

Um Gefahrensituationen zu vermeiden, müssen die Angestellten des Strandbades aber auch häufig mal Präsenz zeigen, Badegäste auf mögliche Gefahren, wie Alkoholkonsum bei praller Sonnenhitze, hinweisen oder darauf achten, dass die jüngeren Besucher nicht zu wild am Steg des Strandbades herumtollen. „Uns ist es immer am liebsten, wenn es keine Situationen gibt, in denen wir Erste Hilfe leisten oder als Rettungsschwimmer aktiv werden müssen“, sagt Judith Ingendoh.

Judith Ingendoh hat immer zu tun, auch wenn es im Strandbad mal nicht so voll ist. Foto: Martin Büttner/Büttner, Martin (m-b)

Dabei haben sie und ihre Kollegen selbst dann genug zu tun, wenn das Strandbad wegen schlechter Wetterlage mal nicht geöffnet ist oder nur wenige Besucher anwesend sind. „Das sind dann die Tage, an denen wir uns um die Anlage kümmern“, erklärt Max Schütte. Das bedeutet: Das Grün rund um das Strandbad zurechtstutzen, Müll aufsammeln, kleinere Reparaturarbeiten erledigen oder auch mal Strandkörbe über den Sand am Ufer des Sees tragen und sie zu Gruppen zusammenstellen, damit sie nicht vom Winde verweht werden. Und natürlich für Ordnung sorgen, nachdem die Badegäste den ganzen Tag über Spaß am Sandstrand hatten und diesen dann abends verlassen. „Selbst wenn keine Besucher da sind, gibt es also immer etwas zu tun“, kommentiert Max Schütte.

Das Aufsichtspersonal vom Strandbad Tenderingssee ist also stets beschäftigt, auch wenn es nicht immer so aussieht. Und die Besucher am Sandstrand zwischen Dinslaken, Voerde und Hünxe können sich bei den gut ausgebildeten Rettungsschwimmern und Ersthelfern in sicheren Händen fühlen.

Mehr von RP ONLINE