Voerde: Asylunterkunft Schwanenstraße

Voerde : Asylunterkunft bis Ende August fertig

In sechs Wochen soll der Komplex an der Schwanenstraße fertiggestellt sein. Auf dem Außengelände ist allerdings noch eine ganze Menge zu tun.

Die Moduleinheiten auf der Fläche an der Schwanenstraße stehen. Die Wohnräume sind soweit fertig. Waschmaschinen und Trockner in zwei kleineren Containern fehlen noch – die Anschlüsse sind installiert. Bis die ersten Flüchtlinge in die auf drei Jahre ab Inbetriebnahme befristete Unterkunft einziehen können, ist allerdings vor allem außen noch einiges zu tun. Auf dem Zugangsweg zum Gelände liegt Geröll, die Pfade, die zu den Wohneinheiten führen, sind auch noch nicht fertig. Gleiches gilt für die Eingangsbereiche der Wohneinheiten. Und auf der großen Fläche zwischen den beiden Häuserblöcken, der zukünftig als Innenhof fungieren soll, türmt sich ein Berg mit Bodenmaterial.

Nach den derzeitigen Planungen, erklärt Bürgermeister Dirk Haarmann an diesem heißen Donnerstagmorgen, sollen die Tiefbauarbeiten in etwa zwei Wochen abgeschlossen sein. Ziel ist, dass die Unterkunft mit Platz für 64 Flüchtlinge Ende August bezugsfertig ist. Die Wohnmodule hat Voerde von der Stadt Hamminkeln gekauft. Diese hatte die von ihr eingerichteten Plätze nicht mehr in der Anzahl gebraucht, wie Voerdes Sozialdezernent Lothar Mertens erläutert. Bürgermeister Haarmann betont, dass diese Lösung die für die Stadt „mit Abstand“ günstigste Variante gewesen sei.

Die Wohneinheiten bieten Platz für vier oder sechs Personen. Wer diese betritt, steht in der kleinen Küche mit Esstisch. Davon abzweigend befindet sich auf der einen Seite der Schlafraum mit Etagenbetten (im Fall der Wohnmodule mit sechs Plätzen schließt sich ein zweiter Schlafraum an), auf der anderen Seite liegt das Bad mit Dusche und Toilette. Gemeinschaftsküchen oder Sammelduschen müssen also nicht geschaffen werden.

In den Wohneinheiten sind eine Küche mit Sitzmöglichkeit und ein Bad mit Toilette und Dusche untergebracht. Foto: Heiko Kempken / FUNKE Foto Servi
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Durch die eigene Küche und Sanitäranlage in den jeweiligen Einheiten sei „die Privatsphäre mehr gewährleistet“, erklärt Bürgermeister Haarmann. Auch sei das Verantwortungsgefühl dafür ein anderes. Den Bewohnern wird eine Art „Willkommenspaket“ zur Verfügung gestellt mit unter anderem einem Wasserkocher, Besteck sowie Hand- und Geschirrtüchern. „Die Menschen können so direkt einziehen und sich aufhalten“, sagt Haarmann. Zudem gibt es einen Sozial- und einen Gruppenraum, die etwa Treffpunkt für die Bewohner sein können.

Wann die ersten Flüchtlinge dort untergebracht werden, hängt von den Ergebnissen einer Zielvereinbarung der Stadt mit der Bezirksregierung hinsichtlich der aufgrund der Wohnsitzauflage nach Voerde zurückkehrenden Asylbewerber ab. Aktuell erfüllt die Stadt die hier vorgegebene Quote zu 61,53 Prozent, wie Dezernent Mertens erläutert.

Die Kommune muss gemäß der Wohnsitzauflage, nach der Asylbewerber zunächst an dem ihnen zugewiesenen Wohnort verbleiben müssen, derzeit noch 128 Menschen aufnehmen. Die mit der Bezirksregierung zu klärende Frage ist nun, ab wann diese Flüchtlinge in welcher Zahl nach Voerde kommen.

Auch verweist Lothar Mertens auf den Familiennachzug, für den ebenfalls Plätze bereitzustellen sind. Bei den Regelzuweisungen von Asylbewerbern erfüllt die Stadt laut Mertens die Quote zu fast 100 Prozent.

Betreut wird die neue Flüchtlingsunterkunft, die zum Teil von einem noch zu begrünenden Wall umgeben ist, von Hauswarten und sozialpädagogischen Mitarbeitern der Stadt. Letztere hätten dort auch Präsenzzeiten. Ihnen steht an Ort und Stelle ein Büro zur Verfügung. Flankiert werde das Ganze von ehrenamtlichen Helfern.

Bürgermeister Haarmann weist zudem auf eine vor mehreren Monaten eingerichtete nächtliche Rufbereitschaft für alle Flüchtlingsunterkünfte in der Stadt hin, die einem Sicherheitsdienst übertragen wurde.

Ziel sei es, auch nachts einen Ansprechpartner für die Einrichtungen anzubieten. Die Rufbereitschaft ist über die Polizei zu kontaktieren. Bislang sei es zu keinem Einsatz gekommen, erklärt Haarmann.

(P.K.)
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