Dinslaken: Virtueller Brückenschlag

Dinslaken: Virtueller Brückenschlag

Die Schüler der Klasse 8b des Hiesfelder Gymnasiums arbeiten mit dem Projekt "Transatlantic Bridge" an einem interkulturellen Austausch zwischen Deutschland und den USA – über das Internet.

Schüler und Lehrer stellen über einen Projekt-Blog (eine Art Internet-Tagebuch) ihre Erwartungen und Ergebnisse ins Internet und auch als Medium zur direkten Kommunikation dient der Datenhighway. Über soziale Netzwerke wie Facebook oder Myspace tauschen die Schüler aus Dinslaken mit ihren Projektpartnern von der Greensburg Salem Highschool in Greensburg im US-Bundesstaat Pennsylvania aus. E-Mails werden verschickt und sogar im Internet kleine Konferenzen abgehalten. Ein Mausklick überbrückt mehr als 6000 Kilometer Entfernung.

Wandel steht im Vordergrund

Das Industriemuseum des Landschaftsverbands Rheinland in Oberhausen hatte das Projekt gemeinsam mit dem Westmoreland Museum of American Art in Greensburg gestartet. Beide Städte liegen in früher wichtigen Industrieregionen, in denen zur Zeit ein Wandel stattfindet. Dieser Wandel steht beim transatlantischen Projekt ebenfalls im Vordergrund. So arbeiten die Schüler am Hiesfelder Gymnasium zur Zeit an Videofilmen, in denen die Geschichte und der Wandel in Dinslaken aufgezeigt werden und Einblicke in das Leben in der Stadt gegeben werden sollen. Dabei ist die kommende Ausstellung "Feuerländer – Regions of Vulcan" im LVR-Museum ein Anhaltspunkt für die Schüler. "Wir versuchen, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszufinden", sagt Karl Gormanns, Klassenlehrer der 8b.

Die Videos sollen am 27. Mai schon einmal im LVR-Industriemuseum vorgestellt werden und nach der Fertigstellung dann – natürlich über das Internet – auch ihren Weg in die USA finden. Das kann auch Anita Rometo kaum erwarten. Die Amerikanerin, die sich um die Kommunikation der am Projekt beteiligten Highschool kümmert, ist zur Zeit mit Katie Barnard, der Projektleiterin des Westmoreland Museums in Deutschland zur Gast.

Vorurteile abbauen

"Ich kann es kaum erwarten, die Filme zu sehen", sagt Rometo den Dinslakener Schülern. Dabei soll die Verbindung zwischen den Schulen und den Museen auf den beiden Kontinenten auch helfen, Vorurteile abzubauen. "Wir in Amerika sind nicht alle so, wie man es in den Fernsehserien sieht", sagt Anita Rometo. Umgekehrt ist auch in Deutschland nicht alles so, wie es die Gäste aus Übersee erwartet hatten. "Ich war wirklich überrascht, dass so viele Leute hier so gut Englisch sprechen", sagt Katie Barnard beeindruckt.

Mit Sketchen wollen die Hiesfelder Schüler unterschiedliche Vorurteile darstellen und abzubauen helfen. Besonders das Essen von Sauerkraut scheint es den Schülern angetan zu haben. "Sauerkraut habe ich in Deutschland noch nicht bekommen", sagt Katie Barnard über die deutsche Küche. "Aber ein Schnitzel habe ich gegessen. Wirklich lecker!"

(RP)