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Vierter Welpe aus Glorias Rudel identifiziert – überfahrener Wolf kam aus Niedersachsen​

Spuren bei Hünxe gefunden : Vierter Welpe aus Glorias Rudel identifiziert – überfahrener Wolf kam aus Niedersachsen

Der Wolf, der Anfang Mai in Bottrop überfahren worden ist, stammt nicht aus dem Rudel im Kreis Wesel. Das Tier war aus Niedersachsen eingewandert. Unterdessen gibt es auch für das Schermbecker Gebiet einen neuen Wolfsnachweis.

Fachleute haben ein viertes Jungtier des Schermbecker Wolfsrudels genetisch identifiziert. Es handelt sich um ein männliches Tier, das nun die Kennung GW2596m erhalten hat. „Somit sind jetzt vier Welpen des territorialen Wolfspaares aus dem Geburtsjahr 2021 genetisch individualisiert“, teilt das Landesumweltministerium mit.

„Jungwölfe verlassen zu individuell sehr unterschiedlichen Zeitpunkten das Territorium ihrer Eltern; daher ist die aktuelle Zahl der Rudelmitglieder nicht bekannt“, erläutert das Ministerium weiter. Einer der vier identifizierten Welpen ist weiblich (GW2307f), die übrigen drei sind männlich (GW2428m, GW2551m und GW2596m). Der jüngste genetische Nachweis wurde durch Kot erbracht, der am 14. Januar 2022 in Hünxe gefunden worden war.

Der Wolf, der um 9.05 Uhr am Morgen des 2. Mai auf der Autobahn A 2 im Autobahndreieck Bottrop überfahren und dadurch getötet worden ist, ist hingegen kein Mitglied des Niederrhein-Rudels. „Es handelt sich um einen männlichen Jungwolf mit der Kennung GW2622m. Er stammt aus dem niedersächsischen Wolfsrudel Nordhorn und wurde entweder 2020 oder 2021 geboren“, erklärt das Umweltministerium. Es kam zum Unfall, als das Tier von Süden kommend die Autobahn überqueren wollte.

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Das Raubtier war womöglich wiederholt von Menschen gesehen worden. Bereits am Sonntag, 1. Mai, wurden dem Landesumweltamt aus dem Stadtgarten in Bottrop mehrere Sichtungen eines wolfsähnlichen Tieres gemeldet. „Diese Beobachtungen stehen möglicherweise im Zusammenhang mit dem verunfallten Wolf“, heißt es. „Dass Wölfe in innerstädtischen Bereichen auftauchen, geschieht eher selten, ist aber nicht gänzlich auszuschließen.“

Wölfe verlassen demnach bis zum Ende des zweiten Lebensjahres das elterliche Rudel und wandern dann weit umher. „Dabei bewegen sie sich in für sie unbekanntem Gelände. Wissenschaftliche Studien mit besenderten Wölfen belegen, dass abwandernde Jungwölfe, die zum Beispiel über Grüngürtel in dicht besiedelte innerstädtische Gebiete geraten, diese schnell wieder zu verlassen suchen.“

Zudem wurde am 7. Mai gegen 18 Uhr ein Wolf beobachtet, der nördlich von Reken im Kreis Borken über ein Feld lief.

(szf)