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Dinslaken/Voerde/Hünxe: Vier verkaufsoffene Sonntage sind genug

Dinslaken/Voerde/Hünxe : Vier verkaufsoffene Sonntage sind genug

Der Einzelhandel in Dinslaken, Voerde und Hünxe sieht keinen weiteren Bedarf für zusätzliche Öffnungszeiten. Veranstaltungen und Feste müssen bei der Sonderöffnung im Vordergrund stehen, sagen die Verwaltungsgerichte.

Das Weihnachtsgeschäft läuft an - in einigen Städten ist damit auch ein verkaufsoffener Sonntag verbunden. In Dinslaken etwa ist dies am 4. Dezember der Fall. Vier solcher Sonntage darf es im Jahr geben. Das sei zu wenig, findet der Handelsverband Deutschland (HDE) und fordert, die Zahl der möglichen Verkaufsoffenen Sonntage auf zehn auszuweiten. Karstadt-Chef Stephan Fandel plädierte sogar für eine generelle Freigabe der Sonntagsöffnung. Doch braucht das der Einzelhandel vor Ort überhaupt?

Das scheint vor allem in Hünxe und in Voerde überhaupt kein Thema zu sein. Aber auch in Dinslaken gibt es bislang offensichtlich keinen Bedarf, häufiger als vier Mal im Jahr sonntags die Geschäfte zu öffnen. "Vier in der Innenstadt sind ausreichend", sagt Antje Vancraeyenest vom Citymanagement Dinslaken. Die Sonntagsöffnung sei ohnehin eine "vielschichtige Angelegenheit" und das schwierigste sei die Begründung, die die nordrhein-westfälische Rechtsprechung fordert. Ein begründeter Anlass wie ein Stadtfest mit Rahmenprogramm, das im Vordergrund stehen muss und nicht als Alibiveranstaltung dient, um einen offenen Sonntag durchzudrücken.

"Das ist für viele kleinere Städte, die Ehrenamtliche bei solchen Veranstaltungen einsetzen, nicht einfach", sagt Vancraeyenest. Sie müssen nachweisen, dass das Besucheraufkommen für die Veranstaltung größer ist als das der umliegenden Geschäfte. "Und das ist schwer zu belegen."

Auch die Einzelhändler in Voerde und Hünxe sehen momentan keinen Bedarf für weitere verkaufsoffene Sonntage im Jahr. "Bei uns zeichnet sich ein gemischtes Bild ab", so Peter Preußer, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Voerde. Vier Feste, vier Sonntage an denen die Geschäfte öffnen, aber "nicht alle öffnen ihren Laden auch", wenn im in Voerde Maifest, Muttertag, Herbstfest oder der Automobilmarkt stattfinden. Die Beteiligung sei nicht durchgängig gleich, so Preußer. In Hünxe halte sich der Andrang "zurückhaltend gesprochen in Grenzen", sagt Hans Nover. Als Sprecher der Wirtschaftsgemeinschaft sei ihm nicht zu Ohren gekommen, dass es Wünsche gebe, zusätzlich an weiteren Sonntagen zu öffnen.

Die Einzelhändler an der Neustraße in Dinslaken sind geteilter Meinung. Es lohne sich nicht am Sonntag zu öffnen, meinen die Verkäuferinnen im Geschäft "Mode Stoffe". Der Umsatz verlagere sich nur, sagt Ellen Feldkamp. "Mein Sohn würde sagen, es ist eine Nullnummer." Andrea Poggenpohl, die im Dekoladen "La Vedera" arbeitet, sieht das anders. "Ich finde es wichtig, weil auch Leute aus der Umgebung kommen". Aber die vier Tage im Jahr würden reichen, meint sie. Dass mehr Auswärtige dadurch nach Dinslaken kommen würden, glaubt Georg Fischedick nicht. Sein Textilgeschäft lebe eh von der Stammkundschaft.

(RP)