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Dinslaken: Viel Verständnis für Thomas Giezek

Dinslaken : Viel Verständnis für Thomas Giezek

Jugendpolitische Sprecher von Grünen, Linken und UBV üben heftige Kritik am menschlichen Miteinander in der Politik.

Dass Thomas Giezek die SPD-Fraktion verlassen hat , ändere nichts daran, dass die CDU-Fraktion weiter seinen Rücktritt vom Amt des Jugendhilfeausschussvorsitzenden fordert. Dies machte CDU-Fraktionschef Heinz Wansing gestern noch einmal deutlich. "Wir akzeptieren Thomas Giezek als engagiertes Ratsmitglied und hoffen, dass er sich dort auch weiter einbringen wird, aber mit seinem Verhalten hat er mehrfach unter Beweis gestellt, dass er für die besonderen Aufgaben, die die Funktion des Jugendhilfeausschussvorsitzenden mit sich bringt, nicht geeignet ist.

" "Ich habe schon fast mit diesem Schritt gerechnet", sagte Lilo Wallerich von den Grünen, die sich schockiert darüber zeigte, "wie man einen Menschen so weit treiben kann, dass er es nicht mehr aushält". Giezek sei ein toller Ausschussvorsitzender voller guter Ideen und mit herausragendem Engagement. Gemeinsam habe man eine Menge für die Kinder und Jugendlichen in dieser Stadt erreicht. Für Lilo Wallerich ist das politische Klima in Dinslaken inzwischen ein grundsätzliches Problem.

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"Menschen, die mit ihrem Engagement bei den beiden großen Fraktionen oder in der Verwaltung anecken, werden weggemobbt", sagte sie. Thomas Giezek habe jedenfalls auch weiterhin ihre volle Unterstützung. Sie hofft darauf, "dass es jetzt einmal richtig knallt und alle Dinge auf den Tisch kommen und offen angesprochen werden". Linken-Sprecher Gerd Baßfeld hatte bereits in der Jugendhilfeausschusssitzung am Donnerstag das politische Klima in Dinslaken scharf kritisiert.

Er hält, wie er gestern noch einmal sagte, die "Art und Weise, wie engagierte Politiker in dieser Stadt demontiert werden, für unerträglich". Nun sei der Bürgermeister gefordert, der die Spitzen der Verwaltung und der Fraktionen zusammenbringen müsse, um diesen unhaltbaren Zustand endlich zu beenden. Jutta Frenk von der Unabhängigen Bürgervertretung (UBV) hält den Schritt von Thomas Giezek für überfällig. "Ich an seiner Stelle hätte diese Konsequenz schon viel früher gezogen", sagte Jutta Frenk, die sich an die Gründe erinnert fühlt, die vor Jahren dazu geführt hätten, dass sie die SPD verlassen hat.

"Ich verstehe die SPD nicht, in der sich offenbar noch immer nichts geändert hat, und habe volles Verständnis für Thomas Giezek", sagte die jugendpolitische Sprecherin der UBV. Die Sozialdemokraten müssten doch eigentlich froh sein, dass sie einen derart engagierten Menschen in ihren Reihen hätten. Frenk hält es für äußerst unwahrscheinlich, dass sich im Jugendhilfeausschuss eine Mehrheit für die Abwahl von Thomas Giezek als Vorsitzenden findet. Wie auch immer es jetzt weitergehe, eines ist für Frenk klar: "Meine Stimme gibt es weder für die Abwahl von Thomas Giezek, noch für die Wahl eines neuen Vorsitzenden oder einer Vorsitzenden.

(jöw)