Voerde: VHS will Büchereien leiten

Voerde : VHS will Büchereien leiten

Die Volkshochschule bietet der Stadt an, die Trägerschaft für die Bibliotheken in Voerde und Friedrichsfeld zu übernehmen. Start soll schon zum 1. Januar 2012 sein. Auch das städtische Kulturprogramm will die VHS organisieren.

Die Volkshochschule Dinslaken-Voerde-Hünxe möchte die Trägerschaft für die Büchereien in Voerde und Friedrichsfeld bereits zum 1. Januar 2012 von der Stadt übernehmen. Das sagte VHS-Leiter Gerd Drüten gestern der Rheinischen Post. Ihm zufolge wäre das ein landesweit einmaliger Vorgang, auf der Ebene eines Zweckverbandes (mehrere Kommunen als Träger einer VHS) bestünde eine derartige Vereinbarung bislang nicht.

"Der Landesverband der Volkshochschulen ist an unserer Lösung sehr interessiert", sagte Drüten. Zu der Gesamtlösung gehört darüber hinaus, dass die VHS das städtische Kulturprogramm künftig organisiert. Über beide Punkte, Büchereien und Kultur, berät der Kultur- und Sportausschuss am kommenden Donnerstag, 16. Juni.

Sparüberlegungen der Politik und der Stadtverwaltung haben das Engagement der Volkshochschule ausgelöst. Voerde steckt tief in den roten Zahlen, gibt Jahr für Jahr viel mehr Geld aus, als in die Kasse fließt. Vor diesem Hintergrund haben sich für die Büchereien in Voerde und Friedrichsfeld bereits Fördervereine gegründet, in denen Ehrenamtler Spenden zur Pflege des Medienbestands beschaffen. Die Leitung der Bücherei und des Personals will die Volkshochschule übernehmen.

Federführend bliebe laut VHS-Chef Drüten die derzeitige städtische Bibliothekarin Elke Kermer. Das VHS-Konzept sieht vor, dass sie von der Stadtverwaltung zur Volkshochschule wechselt. In der Bildungseinrichtung würde sie sowohl die Leitung der zwei Bibliotheken als auch des Programmbereichs "Kulturelle Bildung" innehaben. Kermer ist Drüten zufolge gelernte Bibliothekarin und Kulturwissenschaftlerin.

Das weitere Personal kann nach Vorstellung Drütens in Friedrichsfeld nach und nach auf Ehrenamtler umgestellt werden. Für die Hauptstelle in Voerde würden aber auch weiterhin zum Teil hauptamtliche Kräfte erforderlich sein; diese müsste dem VHS-Konzept nach weiter die Stadt stellen.

Leistungsumfang beibehalten, Kosten senken: So beschreibt Gerd Drüten die Ausrichtung des Konzepts und fügt hinzu: "Dieses sehr anspruchsvolle Konzept ist einfach das Gebot der Stunde in Zeiten, in denen die kommunalen Kassen leer sind." Das Gros der Einsparung wird auf zwei Weisen erzielt: Zum einen kann die Volkshochschule für die neue Stelle von Elke Kermer auf Fördermittel des Landes zurückgreifen. Zum anderen würde die VHS ihr jetziges Büro in Voerde aufgeben und stattdessen in die Verwaltungsräume der Bücherei umziehen. Das spart Kosten.

Die weiteren Trägerkommunen der Volkshochschule, Dinslaken und Hünxe, wollen dem VHS-Vorschlag zustimmen, wenn dadurch keine zusätzlichen Kosten für sie entstehen. Gerd Drüten zufolge sind seine Gespräche mit den Bürgermeistern Dr. Michael Heidinger (Dinslaken) und Hermann Hansen (Hünxe) weit gediehen, "beide sind von unserem Konzept überzeugt".

Keine zusätzlichen Kosten: Diese Bedingung machen Dinslaken und Hünxe auch in Hinblick auf den Plan, dass die VHS, die schon jetzt Kulturveranstaltungen anbietet, künftig das städtische Kulturprogramm organisiert. Auch hier die Zusage von Gerd Drüten: Die beiden Kommunen werden durch das Engagement in Voerde nicht belastet. Das Wohlwollen in Dinslaken und Voerde sei groß.

(RP)