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Dinslaken: Verwirrung um Neutor-Galerie

Dinslaken : Verwirrung um Neutor-Galerie

Die jüngste Entwicklung um die Neutor-Galerie kommentierte Dinslakens Politik einigermaßen ratlos. Ob sie die konkurrierende Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes auf dem Thyssen-Gelände verhindert, ist noch offen.

"Das ist eine verzwickte Sache. Wir sitzen zwischen den Stühlen", befand SPD-Fraktionschef Jürgen Buchmann. Die Sozialdemokraten wollen die Angelegenheit am Montagabend beraten. Wie sie entscheiden werden, mochte Buchmann nicht prophezeien.

 Heinz Wansing fürchtet, dass Investoren verschreckt werden könnten.
Heinz Wansing fürchtet, dass Investoren verschreckt werden könnten. Foto: Büttner, Martin

In der Tat ist die Angelegenheit kompliziert. In das neue Einkaufszentrum Neutor-Galerie soll ein Lebensmittelvollsortimenter als einer von drei großen Ankermieter einziehen. Das hat sich die Stadt vertraglich von Investor Walter Hellmich ausbedungen. Gleichzeitig wird aber mit dem Duisburger Unternehmer Heinrich Hellmich seit Jahren über die Ansiedlung von Lebensmitteleinzelhandel auf dem ehemaligen Gelände von Thyssen Bausysteme geredet. Das führt jetzt, wie berichtet, zu einem Konflikt, der gelöst werden muss.

 Heinz Brücker will eine Entscheidung zugunsten der Neutor-Galerie.
Heinz Brücker will eine Entscheidung zugunsten der Neutor-Galerie. Foto: Büttner, Martin

Zwischen Heinrich Hellmich und der Stadt schien im Oktober 2011 ein Kompromiss gefunden, gegen den auch die Industrie- und Handelskammer sowie der Einzelhandelsverband keine Bedenken wegen eventuell schädlicher Einwirkungen auf die Innenstadtentwicklung mehr geltend machten. Auf dem Gelände, das inzwischen "Am Alten Drahtwerk" heißt, sollte ein 2500 Quadratmeter großes Nahversorgungszentrum entstehen.

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Das sollte in diesem Monat der Planungsausschuss beschließen, doch in der Sitzung zog die Verwaltung ihre Vorlage zurück. Denn sie beurteilt die Sache inzwischen völlig anders. Am Dienstag soll der Rat nun die Kehrtwende einleiten und dafür sorgen, dass sich auf dem ehemaligen Thyssen-Gelände kein Einzelhandel ansiedelt.

"Die aktuelle Entwicklung widerlegt die gutachterlichen Einschätzungen und Prognosen bezüglich möglicher Auswirkungen eines Nahversorgungszentrums "Am Alten Drahtwerk" heißt es im Bericht der Verwaltung für die Ratssitzung. Der Grund: Walter Hellmich findet für die Neutor-Galerie keinen Lebensmittelanbieter, solange diesem die Konkurrenz auf dem Thyssen-Gelände droht. Da auch der Edeka-Markt am Kreisverkehr und Netto an der Roonstraße von der Schließung bedroht seien, sieht die Verwaltung die Nahversorgung der Innenstadt "akut gefährdet".

Die Entwicklung eines Einzelhandelsstandorts "Am Alten Drahtwerk" sei deshalb städtebaulich nicht vertretbar. Dies umso mehr als der Edeka-Markt an der Ernst-Moritz-Arndt-Straße in unmittelbarer Nähe des ehemaligen Thyssen-Geländes, der auch vor der Schließung zu stehen schien, erhalten bleibt. Ein neuer Nahversorgungsstandort, der den vorhandenen ersetzt, sei weder erforderlich noch städtebaulich gerechtfertigt.

(RP/rl)