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Vermisster Familienvater aus Dinslaken tot in Weeze aufgefunden

Spaziergängerin findet Leiche in Weeze : Vermisster Familienvater aus Dinslaken ist tot

Im April war ein Mann aus Dinslaken verschwunden. Sein Auto wurde später in Winnekendonk gefunden. Acht Monate später wurde jetzt seine Leiche in Wemb entdeckt, in einem Waldstück, das die Polizei nicht durchsucht hatte.

Jetzt ist es traurige Gewissheit: Der 45-jährige Familienvater aus Dinslaken, der seit April vermisst wird, ist tot. Eine 47-jährige Spaziergängerin fand am Dienstag gegen 15.30 Uhr in einem Waldstück in Wemb einen Leichnam. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei und eine Obduktion ergaben, dass es sich bei dem Toten um den gesuchten Mann handelte. Der Mann war zum Zeitpunkt des Auffindens schon seit längerer Zeit tot, teilte die Polizei mit. „Wie lange er da schon gelegen hat, können wir nicht genau sagen“, so ein Polizeisprecher. Sicher sei dagegen, dass man eine Straftat ausschließen könne. Es gebe keinerlei Hinweise auf ein Verbrechen. Acht Monate lang galt der Mann als vermisst. 

Der Fall des Familienvaters hatte für viel Aufsehen in der Region gesorgt und war mysteriös. Am 19. April verschwand der Mann spurlos. Seine von ihm getrennt lebende Ehefrau hatte ihn als vermisst gemeldet. Verschiedene Theorien standen im Raum, weil der Mann weder Geld noch Scheckkarte mitgenommen hatte. Er wolle an die See, er suche Ruhe im Kloster, hieß es. Per Aufruf in den Medien wurde nach ihm gefahndet, weil die Polizei Gefahr für Leib und Leben fürchtete. Und tatsächlich gab es kurze Zeit später ganz konkrete Hinweise auf ihn. Sein Wagen war in Winnekendonk an der Kevelaer Straße gesichtet worden. Ein Anwohner hatte beobachtet wie der Mann sich dort aufs Rad gesetzt hatte und Richtung Kevelaer gefahren war.

Kurz darauf hatte der Schlossherr von Schloss Hertefeld den Dinslakener auf seinem Anwesen gesehen und auch erkannt. Für die Beamten war das damals eine wichtige Spur. Denn auf dem Schloss habe der Mann geheiratet und suche jetzt offenbar Orte seiner Vergangenheit auf, hieß es. Daraufhin gab es zwei groß angelegte Suchaktionen. Das Gelände rund um den Tierpark wurde von einer Hundertschaft abgesucht, unterstützt von einem Hubschrauber.

Eine noch größere zweite Aktion mit mehreren Hundertschaften folgte, zudem wurden Spürhunde eingesetzt. Diesmal suchte man auch einen weiteren Umkreis rund um Schloss Wissen und die Niers ab. Vergeblich. Die Polizei fand keinerlei Hinweise auf den Familienvater. Auch das Fahrrad blieb weiterhin verschwunden.

Das Gebiet, in dem der Tote jetzt gefunden wurde, liegt in Wemb und damit mehrere Kilometer von dem Bereich an Tierpark und Schloss Wissen entfernt, wo die Polizei im Sommer gesucht hatte. „Wir hatten damals keine Veranlassung, auch diesen Wald zu durchsuchen“, sagte ein Sprecher der Polizei im Gespräch mit der Redaktion. „Es gab keinerlei Hinweise auf diesen Bereich.“ Zu den anderen Orten, an denen gesucht wurde, habe es eine persönliche Verbindung des Gesuchten gegeben. Das Waldstück in Wemb dagegen sei nie Thema gewesen.

Wie der Mann nach Wemb kam, ist völlig offen. Auch das Fahrrad ist weiterhin verschwunden.