Verdächtiger im Umweltskandal wieder auf freiem Fuß

Umweltskandal : Verdächtiger ist wieder frei

Generalbundesanwalt kritisiert das Urteil.

Der vom Landgericht Bochum als Haupttäter betrachtete Entsorgungsmakler im Schermbecker Umweltskandal ist wieder auf freiem Fuß. Das versteht das Gahlener Bürgerforum nicht: „Mittlerweile kommt uns der Umwelt- und Justizskandal wie ein Panoptikum vor und ist an juristischen Kuriositäten auf Behördenseite kaum noch zu überbieten.“ Durch den Rüffel des Generalbundesanwalts erscheine die Bochumer Justiz wieder einmal in fragwürdigem Licht. Was war der Verurteilte nun? Selbstständiger Makler oder Prokurist für die Hünxer Nottenkämper? Oder doch beides? Der Generalbundesanwalt sagt (wie die Verteidigung) Ersteres, die Verurteilung zu zwei Jahren und sieben Monaten wegen Steuerhinterziehung und Bestechung basiert aber darauf, dass der heute 57-Jährige bei Nottenkämper Prokurist gewesen sei. Doch als Makler könne er eben nicht wegen Untreue belangt werden, so Verteidiger Dr. Christian Tünnesen-Harmes.

Über die Revision des Urteils entscheidet der Bundesgerichtshof. „Wann Karlsruhe zu einer Entscheidung kommt, ist noch nicht absehbar“, sagt Tünnesen-Harmes. Er hält es für „nicht sehr wahrscheinlich“, dass gegen seinen Mandanten wegen des eigentlichen Umweltdeliktes (illegale Ablagerung der Ölpellets in den Mühlenberg) überhaupt nochmal verhandelt wird.

(jok)
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