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Dinslaken: "Urgestein" Astrid Koch wird neue Chefärztin der Inneren Medizin

Dinslaken : "Urgestein" Astrid Koch wird neue Chefärztin der Inneren Medizin

Es ist eigentlich nicht üblich, dass die Stelle eines Chefarztes oder einer Chefärztin intern vergeben wird. Im Fall von Astrid Koch ist dies nun trotzdem geschehen. Seit dem 1. Oktober leitete die 59-Jährige die Innere Medizin des Sankt-Vinzenz-Hospitals bereits kommissarisch, jetzt ist sie die neue Chefärztin und Nachfolgerin von Dr. Jörg Weiland.

Um in einer Abteilung neue Impulse zu setzen, werden meist Externe berufen, die unbelastet von Abläufen und frei von Verstrickungen die Analyse zur Weiterentwicklung machen sollen. "Das hat auch alles seinen guten Grund, damit ein neuer und frischer Wind einzieht. Aber dafür habe ich die Entwicklung des Hauses miterlebt und das Ganze auch schon aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, so dass es für mich auch interessant ist, mit meinem Blick von Außen an diese Aufgabe heranzugehen", findet Dr. Astrid Koch.

Geboren in Haustadt/Saar und heute in Hiesfeld lebend, war Astrid Koch von 1980 bis 1982 zunächst Assistenzärztin im Sankt-Josef-Hospital in Oberhausen. Es folgte die Stelle im Evangelischen Krankenhaus in Dinslaken, das sie 1986 verließ, um im Vinzenz-Hospital bis 2008 Oberärztin zu werden. "Ich bin wirklich ein Urgestein des Vinzenz", meint die 59-Jährige, die als einzige Frau in der Abteilung der Inneren Medizin damals begann und 2010 dann Chefarztvertreterin wurde: "Das hat sich erfreulicherweise geändert und wir haben uns den modernen Gegebenheiten angepasst. Heute haben wir viel mehr Ärztinnen als Ärzte im Team."

Astrid Koch ist eine Teamplayerin

Das Team besitzt für die neue Oberärztin eine große Bedeutung. Sie bezeichnet sich selbst als Teamplayerin, setzt auf flache Hierarchien und sieht ihre Aufgabe darin, dass das Team im Sinne der Patientenversorgung funktioniert: "Wir möchten eine umfassende Versorgung unserer Patienten auf einem hohen Niveau. Dafür sind wir gut aufgestellt und eingerichtet — und der Herausforderung gewappnet."

Mit der Psychiatrie, der Geriatrie und der Inneren Medizin als wichtige Schnittstellen in einem Haus habe das Vinzenz-Hospital einen Akzent gesetzt. "Das kann nicht jede Klinik und unterscheidet uns ein bisschen vom Nachbarkrankenhaus", sagt Koch, die für die Zukunft mit den chirurgischen Kollegen eine interdisziplinäre Station bilden möchte, um eine fachübergreifende Versorgung zu ermöglichen.

Ihr größter Wunsch für Zukunft, dass sich das Krankenhaus allein auf das Wichtige — auf die medizinische Versorgung der Patienten, frei von jedem ökonomischen Zwang fokussieren könne — wird aber wohl ein Traum bleiben: "Ich weiß, dass dies utopisch ist. Aber man darf sich ja mal etwas wünschen."

(RP)