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Unsere Woche: Von Zahlen bei Corona nicht verwirren lassen

Unsere Woche : Von Zahlen nicht verwirren lassen

Eine Verwirrung in der Statistik ist nichts, was man braucht, in einer Zeit, in der jeder die Corona-Fallzahlen elektrisiert verfolgt. Es ist schon reichlich unglücklich, dass der Kreis Wesel für genau das gesorgt hat.

Bei der Angabe der bestätigten Infektionen hat der Kreis die Fallzahl von 152 am Mittwoch auf 99 Fälle am Donnerstag herunterkorrigiert. Schon freuten sich daraufhin Menschen, dass die Lage besser werde – die Einschränkungen des öffentlichen Lebens würden wohl schon etwas bringen.

Dabei hatte man bloß einige doppelt gezählte Patienten sowie viele Fälle, bei denen noch geprüft wurde, ob das bei ihnen auch passiert sein könnte, vorläufig aus der Statistik herausgenommen. Es wäre ja auch unmöglich, dass die Zahl der Infizierten tatsächlich gesunken wäre. Selbst, wenn weniger neue Diagnosen kämen, wären die einmal vorhandenen immer noch da. „Geheilt“ wäre nach so kurzer Zeit auch noch niemand.

Auch mit den neuen, niedriger angesetzten Fallzahlen rangiert der Kreis Wesel im NRW-weiten Vergleich noch immer im oberen Mittelfeld. Dinslaken und Hünxe wiederum liegen in der Kreis-Statisitk vergleichsweise weit vorne. Doch erneut heißt es: keine voreiligen Schlüsse ziehen. Entweder gibt es hier mehr Kranke als anderswo, oder die Bürger haben sich besonders schnell als Verdachtsfälle gemeldet oder die Ärzte haben sie besonders gewissenhaft zum Test verwiesen. Erst im Rückblick wird man das wissen, noch verraten die Zahlen allein wenig. 

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In der Corona-Krise braucht es für vieles Geduld. Auch für die Bewertung von Statistiken. Bis jetzt lässt sich sagen: Die Zählpanne war ärgerlich, aber es ist auf organisatorischer Ebene in dieser Woche auch Gutes passiert. Endlich herrscht wieder Klarheit darüber, in welchen Städten es wie viele Infektionen gibt. Je genauer die Daten aufgeschlüsselt werden, desto aufschlussreicher ist das. Und die Einrichtung von Corona-Test-Zentren, unter anderem in Dinslaken, ist ein Riesenfortschritt. Das schafft beim Zahlenmaterial wenigstens eine vernünftige Basis.

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