Unsere Woche: Folgen des Betuwe-Ausbaus Sperrungen der Bahnstrecke werden zur Geduldsprobe

Meinung · Da kommt noch was auf die Pendler zu, die mit Zug zur Arbeit fahren. Die Strecke zwischen Friedrichsfeld und Wesel wird monatelang gesperrt, mal einseitig, mal komplett.

Albtraum für Fahrgäste der Deutschen Bahn.

Albtraum für Fahrgäste der Deutschen Bahn.

Foto: Schwarze-Blanke

Auf Pendler, die ständig den Zug nutzen, um zur Arbeit zu gelangen, kommen harten Zeiten zu. Denn bedingt durch den dreigleisigen Ausbau wird es wochen- und monatelange Sperrungen des Streckenabschnitts zwischen Friedrichsfeld und Wesel geben. Geplant sind sowohl eingleisige als auch komplette Sperrungen. Für die betroffenen Nutzer der Züge bedeutet dies nichts Gutes, auch wenn die Deutsche Bahn Schienenersatzverkehr oganisieren will. Für die erste Januarwoche 2024 ist die nächste Totalsperrung bereits angekündigt, weitere werden folgen. Ab November 2024 wird es dann richtig ernst, denn ab diesem Zeitpunkt sind durchgehend für das gesamte Jahr 2025 bis Mitte Mai 2026 teilweise Sperrungen, beziehungsweise Komplettsperrungen geplant. Das wird die Fahrgäste, die auf die Züge oder eingesetzte Ersatzbusse angewiesen sind, auf eine harte Geduldsprobe stellen und wahrscheinlich das ein oder andere Mal zum Verzweifeln bringen. Denn beim Zugverkehr aus dem Raum Wesel in Richtung Duisburg und umgekehrt ist schon jetzt oftmals Sand im Getriebe. Die Pendler können davon ein trauriges Lied singen. Da stehen sie auf dem Bahnsteig, warten auf ihren Zug, erfahren dann, dass er Verspätung hat, wo sich jeder fragt, wie kann diese Verspätung nur zustande gekommen sein, und müssen dann resignierend zur Kenntnis nehmen, dass der Zug gar nicht mehr kommt, obwohl er sich ja nicht plötzlich in Luft aufgelöst haben kann. Es ist auch nicht selten der Fall, dass für Züge, die in Richtung Duisburg fahren, unvermittelt in Oberhausen Endstation ist. Durchsagen an den Bahnsteigen sind dann meist wenig informativ, Bahnpersonal sucht man vergebens, es scheint sich versteckt zu haben. Der Schienenersatzverkehr funktionierte in der Vergangenheit auch nicht immer so, wie man es sich wünschen würde. Mal musste lange auf die eingesetzten Busse gewartet werden, nicht immer reichte deren Kapazität aus. Die 80 Wochen dauernden Sperrungen werden den Betroffenen viel abverlangen, einige werden der Bahn den Rücken kehren und auf den Privatwagen umsteigen. Wenn der Streckenausbau beendet ist, soll alles besser werden und die Züge zuverlässiger verkehren.