Voerde: Ungewöhnlicher Einsatz der DLRG

Voerde: Ungewöhnlicher Einsatz der DLRG

Das Wasserstraßen-und Schifffahrtsamt setzt heute das mit einem Hydraulikbagger ausgestattete Schubboot Wesel ein, um das bei Rhein-Kilometer 799 - Höhe Voerde - aus dem Wasser ragende Metallteil zu bergen.

Ein großes, zusammengestauchtes Metallteil ragt in Ufernähe auf Rheinberger Seite bei Kilometer 799 aus dem Rhein. Entdeckt wurde es am vergangenen Mittwoch von Mitgliedern der Ortsgruppe Dinslaken der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), die sich in ihrer Wachstation an der Frankfurter Straße in Möllen aufhielten. Heute soll das Schrottteil geborgen werden, wie Martin Wolters, Leiter des Außenbezirks Wesel des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Rhein, gestern auf Nachfrage erklärte. "Wir setzen unser Schubboot Wesel ein, das über einen Hydraulikbagger verfügt", wie Wolters ankündigte. Von dem Metallteil gehe "aktuell keine akute Gefahr aus", da es sich in Ufernähe befindet, wo kein Schiff drankommen, wegtreiben könne es auch nicht.

Mit einem Boot fuhren die DLRG-Kräfte zur Einsatzstelle auf dem Rhein, die Lage zu klären. Foto: Fabian Friese

Martin Wolters geht davon aus, dass es sich bei dem Metallteil um den Lukendeckel eines Schiffes handelt. Als das Orkantief Friederikei im Januar über das Land hinwegfegte und enorme Schäden anrichtete, riss es bei einem Schiff Lukendeckel ab, die dann später mit Echolot gesucht, aber nicht gefunden wurden. Wolters vermutet, dass es sich bei dem jetzigen Fund um einen solchen Deckel handelt.

Ein Blick durchs Fernglas ließ Spekulationen zu, ob es sich bei dem Objekt um ein gekentertes Schiff handeln könnte. Foto: Fabian Friese

Diese Vermutung hat auch Fabian Friese, stellvertretender Ausbildungsleiter der Dinslakener DLRG-Ortsgruppe, der am Einsatz beteiligt war, als das Metallteil am Mittwoch gegen 17.30 Uhr gesichtet worden war. Dass einige DLRG-Mitglieder zur Stelle waren, lag daran, dass sie von einem Einsatz in Mülheim zurückkamen, wo sie Filmaufnahmen abgesichert hatten. Fabian Friese wollte in der Rheinrettungsstation, nachdem dort am vergangenen Samstag ein Tag der offenen Tür, verbunden mit dem traditionellen Anfahren, stattgefunden hatte, noch etwas erledigen. Ein erster Blick durchs Fernglas auf das aus dem Wasser ragende Teil ließ Spekulationen zu, dass es sich um ein gekentertes Schiff oder eine deformierte Maschine handeln könnte.

Nach einem Gespräch mit der Leitstelle der Wasserschutzpolizei wurde von der DLRG eine Alarmierung ausgelöst, um die Lage zu klären und, wenn erforderlich, Hilfe zu leisten. Ein Wasserrettungstrupp fuhr in einem Boot zu dem Metallteil hinaus und stellte fest, dass es sich nicht um ein Schiff handelte, das dort aus dem Wasser ragte. Aufgrund des enormen Deformationsgrades war es allerdings nicht genau möglich anzugeben, um welchen Gegenstand es sich handelte. Fabian Friese geht davon aus, dass es die Abdeckung eines Laderaumes sein könnte, die sich von einem Binnenschiff gelöst hat, wie er gestern im RP-Gespräch sagte.

Nachdem die Situation soweit geklärt war, wurden weitere Kräfte angefordert und die Gefahrenzone sollte nach Absprache mit der Wasserschutzpolizei gesichert und der Metallhaufen durch Mithilfe der Feuerwehr geborgen werden, wie Friese weiter berichtete.

Dazu kam es dann aber nicht mehr, denn das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt übernahm. Damit konnten die DLRG-Kräfte - zwei Bootsführer, drei Strömungs- sowie zwei Wasserretter - diesen ungewöhnlich Einsatz beenden.

(RP)