Ulrike Int-Veens Kunstschule Magenta präsentiert ab 19. Januar Malerei in Dinslaken

Im Voswinckelshof : Risiko statt Rezept: Malerei im Museum

Ulrike Int-Veens Kunstschule Magenta präsentiert vom 19. Januar bis 22. März ihre Arbeiten erstmalig im Voswinckelshof. Zu sehen sind ungegenständliche Malerei und experimentelle Arbeiten mit Materialien.

Als Ulrike Int-Veen 2009 ihre Kunstschule Magenta gründete, gehörte sie zu den ersten, die sich im Kreativ.Quartier.Lohberg ansiedelten. Ruhr.2010 war der Energieschub, Nachhaltigkeit der Wunsch. Tatsächlich sollte es Rückschläge geben: Umzug, Brand, wieder ein Umzug. Provisorien. Wer aber ab dem 19. Januar das Museum Voswinckelshof besucht, wird davon nichts bemerken. Zehn Jahre Magenta wurde bei allen Widrigkeiten zur Erfolgsgeschichte, die nicht nur Ulrike Int-Veens Position als Künstlerin festigte, sondern eine „Schule“ an Künstlerinnen hervorbrachte. Die Bilder der zwölf Studentinnen haben den Stil, die ungegenständliche Malerei, die Betonung des Farbklanges und neuerdings auch das Experimentieren mit Überklebungen und Übermalungen gemein.

Ausstellungen der Jahresklassen hat es in den letzten Jahren stets gegeben. Mal im eigenen Atelier an der Rittergasse in Sichtweite zum Rittertor, in der Galerie 399 und zuvor auch im Gesundheitszentrum Lang. Doch zeigt das Museum Voswinckelshof erstmals einen Überblick, präsentiert alle Jahrgänge seit 2009.

Die nun gezeigten Bilder stammen von Ulrike Int-Veen selbst und den Studierenden der Jahresklassen – Gisela Berndt, Heike Berz-Rütten, Monika Brücker, Ulla Buchwald, Eleonore Dommasch, Ute Giesen, Heidi Hemmer, Irmgard Koppenburg, Regine Krafft, Heide Krafft, Albina Kulig und Ulrike Norpoth.

„Pläne gab es schon seit langem, nun ist es besonders schön, dass es zum Zehnjährigen geklappt hat“, so Museumsleiter Peter Theißen. Mit dem Stadthistorischen Zentrum den in der Stadt lebenden und arbeitenden Kreativen ein Forum zu bieten, gehört zum Konzept von Politik und Verwaltung. So stellt der Kulturkreis Dinslaken regelmäßig im Voswinckelshof aus, wurde 2018 unter dem Dach ein Rückblick auf fünf Jahre KSL geboten. Nun sieht man Werke aus dem Kontext des Kreativ.Quartier.Lohberg und sozusagen seiner „Dependance“, dem „Atelier im Zwischenraum“ in der Altstadt, erstmalig am Elmar-Sierp-Platz.

„Risiko statt Rezept“ lautet der Titel der Ausstellung. Wobei der Titel „wilder“ klingt, als es ist. Die Schau im ersten Obergeschoss, der Sonderausstellungsfläche und der „Schatzkammer“, wirkt sehr homogen, die Farben der Bilder sind bunt, aber sehr harmonisch. Dies entspricht dem Stil und der dahinterstehenden Philosophie von Magenta. Die Werke entstehen in ungegenständlicher Malerei zwar nach der Betrachtung der Außenwelt, bilden aber nicht die äußere Gestalt der Dinge ab, sondern den Eindruck, den sie hinterlassen: Farben, Farbklänge, Bewegungen. Das Malen selbst ist ein freies, spontanes Handeln aus diesem Eindruck heraus, aus dem heraus dann weitere Handlungen auf der Leinwand oder dem Papier folgen. So ist der Titel „Risiko statt Rezept“, ein Zitat der von Ulrike Int-Veen sehr geschätzten österreichischen Malerin Martha Jungwirth, zu verstehen.

(bes)