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Über 250 junge Menschen bei der „Fridays for Future“-Demonstration in Dinslaken

Auch Eltern marschieren mit : Lautstarker Protest für die Zukunft

Mehr als 250 junge Menschen machten sich bei der „Fridays for Future“-Demonstration in Dinslaken auf den Weg durch die Innenstadt, um für Veränderungen in der Klima-Politik zu demonstrieren.

Es sind mehr als 250 Schülerinnen und Schüler, die auf dem Neutorplatz darauf warten, dass die Demo für mehr Klimaschutz sich auf den Weg macht. Die Forderungen der jungen Menschen sind klar: Es braucht ein Umdenken in der Politik, eine Veränderung im Verhalten der Menschen, um den Planeten auch in Zukunft lebenswert zu erhalten. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“, rufen die jungen Menschen im Chor, als sie sich auf den Weg durch die Neustraße machen. „Es ist langsam an der Zeit, dass Eltern und Großeltern mit auf die Straße gehen“, merkt einer der älteren Demonstrationsteilnehmer am Rande des Geschehens an. Und so sind es nicht ausschließlich Schüler, die in Richtung Rathaus ziehen, sondern auch Eltern- und Großelterngeneration, die sich dem lautstarken Protest anschließen.

Die Protestrufe der jungen Menschen schallen dabei im Chor durch die Innenstadt. Menschen bleiben stehen, schauen der Demonstration zu, andere zücken ihr Handy und halten den Umzug in Bildern fest. Hier und da schließt sich auch jemand spontan dem Zug an. Der ist zwar laut, aber friedlich. Die Polizisten, die eingeteilt sind, um die Demonstration zu begleiten, müssen eigentlich nur einmal kurz eingreifen, um die Querung der Friedrich-Ebert-Straße zu sichern. „Die freundlichen Beamten halten für uns den Verkehr auf“, tönt dazu die Ansage aus dem Megaphon an der Spitze des Demonstrationszuges. Weiter geht es über den Altmarkt und durch das Rittertor, ein Stück über die Althoffstraße und am Theodor-Heuss-Gymnasium vorbei in den Stadtpark. „Leute lasst das Glotzen sein, reiht Euch in die Demo ein!“, rufen die Schüler hier und nochmal gibt es einen kleinen Zuwachs in der Zahl der Demonstranten.

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Vor dem Rathaus sind bereits Lautsprecher aufgebaut. Die Demonstranten verteilen sich auf der Wiese vor dem Eingang des Rathauses. „Vielleicht ist der Bürgermeister heute mal da und schaut aus dem Fenster. Oder er kommt raus. Er ist herzlich eingeladen“, sagt Jordan Freeman.

Bürgermeister Michael Heidinger lässt sich allerdings nicht blicken, ist gerade außerhalb des Rathauses unterwegs. Die Reden vor dem Rathaus richten sich allerdings weniger an die Demonstranten als an die Entscheidungsträger - Wähler und Politiker gleichermaßen.

„Wenn ich mir einen schönen Tag machen wollte, würde mir etwas Besseres einfallen“, sagt Hannah Scholz zur Kritik an den Fridays-for-Future-Demonstrationen. Sie stehe hier wegen globaler Probleme und nicht, weil sie schulfrei haben wolle. Für das Argument, eine klimafreundlichere Politik würde zu viel Kosten, hat sie kein Verständnis, da die Ausgaben dafür, laut Wissenschaftlern überschaubar wären. „Es ist nicht zu verstehen, warum das Notwendige nicht getan wird“, sagt sie. „Die Klimakrise wird die größte Herausforderung der Menschheit und wir sind ihre Protagonisten“, stellt Aaron Mageira bei seiner Rede fest.

Solange sich die Politik nicht deutlich bewegt, dürfte es also auch weitere Proteste der jungen Menschen geben.