UBV will für Dinslaken einen Anti-Mobbing-Tag einführen

Verwaltung dagegen : UBV will einen Anti-Mobbing-Tag einführen

Vor allem Kinder und Jugendliche sollen für wiederholte und regelmäßige Schikane sensibilisiert werden.

Die Fraktion der Unabhängigen Bürgervertretung (UBV) hat beantragt, einen Anti-Mobbing-Tag oder eine Anti-Mobbing-Woche in Dinslaken zu etablieren. Ihren Vorschlag begründen die UBV-Vertreter Jutta Frenk und Thomas Giezek damit, dass sie wahrgenommen hätten, dass Mobbing ein zunehmend größeres Problem darstelle – nicht nur im realen Leben , sondern auch im Netz. „Wir haben festgestellt, dass es viele Fälle gibt – gerade unter Kindern und Jugendlichen“, sagt Frenk. Die UBV habe zudem den Eindruck, „dass die Verwaltung glaubt, dass Schulsozialarbeiter oder Streitschlichter an Schulen ausreichen, um dieses Problem zu lösen“, so Frenk. „Es gibt Fälle, wo diese Strukturen einfach nicht greifen, weil sich die Betroffenen nicht trauen, die Angebote anzunehmen.“

Deshalb schlägt die UBV vor, dass das Jugendamt in diesem Jahr erstmals eine Aktion ins Leben ruft, die darauf aufmerksam macht, dass Menschen wiederholt und regelmäßig schikaniert werden – im Leben sowie im Netz. Die UBV möchte die Verwaltung damit beauftragen, hierfür ein erstes Konzept zu erarbeiten. Ob sich daraus dann ein einzelner Anti-Mobbing-Tag oder eine gesamte Woche entwickele, sei nebensächlich. Wichtig sei, so Thomas Giezek, „all die Angebote, die es in Dinslaken zum Thema Mobbing gibt, nochmal nach vorne zu bringen und bekannter zu machen“. So könne Dinslaken dann auch beim Thema Mobbing ein Vorreiter sein, „eine der Städte, die Flagge zeigt“, so Giezek.

Die Verwaltung schlägt in ihrer Stellungnahme vor, dem UBV-Antrag nicht zu folgen. Sie begründet dies damit, dass der angeregte Anti-Mobbing-Tag zwar die Möglichkeit biete, das Thema in der Öffentlichkeit präsenter zu machen, äußert jedoch fachliche Zweifel daran, dass durch diesen Tag weitere Opfer von Mobbing vermieden oder bereits Betroffene darin gestärkt werden, sich Hilfsangebote zu suchen. Eine nachhaltig angelegte Arbeit sei wirkungsvoller, als das Thema an einem Tag punktuell anzugehen.

Deshalb, so argumentiert die Verwaltung, sollten zur Verfügung stehende finanzielle Mittel vielmehr in die bestehenden Strukturen investiert und dafür genutzt werden, die vorhandenen Angebote zu stärken oder zu erweitern und außerschulische Angebote bekannt zu machen.

Der UBV-Antrag wird im Jugendhilfeausschuss am 25. Februar diskutiert. Anschließend durchläuft er den Hauptausschuss und Stadtrat.

(akw)