UBV in Dinslaken holt sich verschmähte Bewässerungssäcke zurück

Wählergemeinschaft enttäuscht von der Stadt : UBV holt sich verschmähte Bewässerungssäcke zurück

Die Unabhängige Bürgervertretung (UBV) in Dinslaken hat die 17 Bewässerungssäcke für Bäume, die sie zunächst der Stadt Dinslaken gespendet hat, jetzt wieder abgeholt. „Wir überlegen, ob wir die einer anderen Kommune zur Verfügung stellen oder sonstigen Einrichtungen, die sich um Bäume oder Gewächse kümmern“, erklärt Heinz Brücker, der Vorsitzende der Fraktion im Dinslakener Stadtrat.

Die UBV hatte der Stadt Dinslaken Ende Juli Bewässerungssäcke gespendet. Diese großen, mit Wasser gefüllten Plastiksäcke werden an die Stämme von Bäumen gebunden und geben kontinuierlich Wasser an das Erdreich ab. Die Bürgervertretung hatte beantragt, dass die Stadt Dinslaken solche Säcke anschafft. Damit schon mal getestet werden könnte, wie die Methode funktioniert, stellte die Wählergemeinschaft außerdem 17 Exemplare zur Verfügung. Die sollten – so der Vorschlag – an der Althoffstraße und bei den jungen Bäumen vorm Rathaus zum Einsatz kommen.

Dazu kam es aber nicht. Die Stadtverwaltung will wie berichtet erst einmal verschiedene Bewässerungsmethoden in einem mehrjährigen Feldversuch testen. Das hat auch der Stadtrat so beschlossen. Auf dem Parkfriedhof werden junge Buchen angepflanzt, die mit drei unterschiedlichen Methoden versorgt werden: mit Bewässerungssäcken, mit einem künstlichen „Gießrand“ und mit einem Gießrand aus Rindenmulch. Nach drei oder vier Jahren soll sich dann zeigen, welche Buchen sich am besten entwickelt haben. „Wir hatten im Rat vorgeschlagen, die von der UBV gespendeten Säcke für den Feldversuch zu nutzen, wenn die UBV einverstanden wäre“, erklärt Marcel Sturm, Sprecher der Stadt Dinslaken.

Das war die UBV allerdings nicht. Sie findet es unverständlich, dass ihre Spende nicht unabhängig von dem angestrebten Versuch zum Einsatz kommen sollte. „Die könnten doch wenigstens erst mal diese Säcke verwenden“, kritisiert Fraktionschef Heinz Brücker. „Warum man dieses Angebot nicht annimmt, entzieht sich unserer Kenntnis.“

Stadt-Sprecher Sturm argumentiert, dass es in Dinslaken schließlich ein Bewässerungskonzept gebe. „Es muss schon in die eingespielten Arbeitsvorgänge passen beziehungsweise die Arbeitsvorgänge müssen angepasst werden“, erklärt er. Der Versuch mit den Buchen auf dem Friedhof solle nun dabei helfen zu beurteilen, „welches Vorgehen in Dinslaken unter Geschichtspunkten der Umwelt, der Organisation und der Wirtschaftlichkeit das beste ist“.

Bei der UBV findet man das nicht schlüssig. Viele andere Städte hätten Bewässerungssäcke im Einsatz, „die haben auch Experten“, sagt Heinz Brücker. Er habe den Eindruck, die Spende sei einfach nicht willkommen gewesen.

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