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Voerde: Tribüne für das Gymnasium

Voerde : Tribüne für das Gymnasium

"Ein so ungewöhnlicher Baukörper ist bisher einmalig", sagte Gabriele Richter, Vorstandsmitglied der Architektenkammer, zu dem vorgelegten Baukonzept der Voerder Gymnasiasten. Sie nehmen an dem Aktionsprogramm "Kammer in die Schule" (KidS) teil, das vor zehn Jahren gestartet wurde. Es ermöglicht Schülern die eigenständige Planung von Bauprojekten, die sie sich auf ihrem Schulgelände wünschen.

In Voerde wollten die Jugendlichen einen Ort zum Treffen, Chillen und für Aufführungen auf dem Schulhof. Daraufhin gründeten 30 Schüler des Gymnasiums eine Arbeitsgruppe, entwickelten das Modell einer Tribüne, bekamen die Genehmigung der Architektenkammer und begannen die Planung. Neben den Schülern sind Kunstlehrer Sebastian van Bömmel und die Architektin Ann Kristin Olfen an dem Konzept beteiligt, das am Freitag erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Technische Zeichnungen und ein Modell zeigen eine über Eck gebaute L-förmige Tribüne, die hauptsächlich Sitzgelegenheiten auf verschiedenen Ebenen bietet. Die freie Fläche zwischen den zwei "Schenkeln" bietet Platz für eine Bühne, die auch die öffentliche Nutzung ermöglicht, etwa für Konzerte, Theateraufführungen oder die Poetry-Slams, die Lehrerin Karen Schneider organisiert.

Auch nach Schulschluss und an Wochenenden setzte der harte Kern von 30 Schülern die Projektarbeit fort. Gerhard Fritsche, Vertreter der Architektenkammer, lobte besonders das seltene Phänomen, dass "die Motivation einer so großen Gruppe, ein Baukonzept zu erarbeiten, über Jahre nicht abnahm". Mit Hilfe der ehrenamtlichen Unterstützung durch die Eltern und der Architektin sei ein realistischen Entwurf entstanden.

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Allerdings birgt die Realisierung noch Probleme. Wilfried Limke, Planungsdezernent der Stadt Voerde, nannte ernüchternde Fakten und versuchte dabei die Zuversicht der Schüler nicht zu trüben. Die Baukosten schätzte er auf eine sechsstellige Summe. Angesichts des "angestrengten Haushalts" und "ungeklärter Fragen zur Sicherheit" deutete er an, dass die geplante Tribüne, die derzeit über 400 Sitzplätze bietet, verkleinert werden müsse. Die Präsentation des Planungsstandes sei auch nur ein Zwischenergebnis, das zum Weitermachen motivieren solle und zur Gewinnung potenzielle Unterstützer diene, hob Gabriele Richter für die Architektenkammer hervor. Wenn die zuständigen Ämter das endgültige Konzept genehmigen, hoffen die Kammer, Schüler und Lehrer auf private Sponsoren. Am liebsten sähe Projektarchitektin Ann Kristin Olfen "den ersten Spatenstich im nächsten Frühjahr".

(RP/ac)