Thema Streusalz: Stadt Dinslaken erklärt ihre Vorgehensweise

Umweltschutz und sichere Gehwege : Streit-Thema Streusalz: „Drei Kilo bei drei Flocken“?

Auch die Stadt dosiere das Taumittel sparsam, versichert sie. Wie die Bürger sich verhalten, sei wichtig.

Bürger sollen Streusalz meiden und stattdessen zum Beispiel Split streuen. Auf die jüngste RP-Berichterstattung dazu gab es einige Reaktionen von Lesern. Tenor: Das sei ja vielleicht vernünftig. Aber gerade die Stadt selbst streue „bei drei Flocken gefühlte drei Kilo“, beklagt einer.

Stadt-Sprecher Marcel Sturm widerspricht. „Wir allesamt sind dazu angehalten, möglichst auf Salz zu verzichten“, betont er. Das gelte für die Kommune ebenso wie für die Bürger. Streuwagen verfügten über eine Technik, die die Salz-Menge reguliere. „Bei einigen wird die noch von Hand programmiert, bei anderen geht es vollautomatisch, dass sie die Temperatur des Bodens misst und dementsprechend dosiert.“

Wo Mitarbeiter der Stadt von Hand streuten, hätten sie nicht nur Salz dabei, sondern auch Split, versichert Sturm weiter. „Sie beurteilen, ob Split ausreicht, ob sie einen Mix aus Split und Salz nehmen, oder ob sie komplett Salz nehmen müssen.“ Wobei man auf spezielle Bedingungen Rücksicht nehme. Auf der Neustraße etwa komme kein Split zum Einsatz, weil die Leute das Material unter den Schuhen in die Geschäfte tragen würden. Es könnte Schäden geben. „Damit müssen wir auch sensibel umgehen.“

Dass die Stadt auf den Straßen Salz verteilt, bedeute auch nicht, dass es nicht ins Gewicht falle, ob die Bürger das auch auf den Gehwegen tun. „Klar macht es einen Unterschied, ob 70.000 Leute Salz auch da streuen, wo es nicht nötig ist, oder ob sie es nicht tun“, sagt er. Streusalz zu meiden sei im Interesse der gesamten Gesellschaft.

Jedermann ist aber nach wie vor gehalten, welches zu verwenden, wenn sonst nicht für sicheren Tritt zu sorgen ist. Zum Beispiel bei Eisregen, auf Treppen oder an steilen Stellen.

(szf)