Dinslaken: The Fous mit neuer CD "Tame" - alles andere als zahm

Dinslaken : The Fous mit neuer CD "Tame" - alles andere als zahm

Die Dinslakener Band kommt mit sieben Songs, die den Ruf der Stadt als kontinentaleuropäische Metropole des Britrocks bestätigen.

Die feine Ironie gehört wohl zum britischen Stil wie die rauen Gitarrenriffs und eingängigen Melodien. "Tame" - "zahm" nennen The Fous ihre just veröffentlichte EP. Und diese Bezeichnung trifft auf die Musik der Dinslakener ungefähr so zu wie, mal ganz im ernst, der Bandname "Die Verrückten" auf die fünf Studenten Kai Brands (Gitarre/Vocals), Peer Sander (Gitarre), Josef Vogt (Bass), Moritz Drengemann (Klavier/Synthie/Vocals) und Thorben Utermann (Drums/Percussion).

Und zahm ging es auch nicht Anfang September in der Kutscherstube zu, als The Fous ihren neuen Silberling live präsentierten. Die Kneipe war so voll, dass mehr Leute draußen vor der Tür standen und durch die Fenster zuhörten, als drinnen in dem kleinen Raum Platz fanden. Keine Frage, Indierock im Stil der Libertines und Artic Monkeys und Co. hat nichts von seiner Popularität eingebüßt. Und Dinslaken war auch schon vor dem Brexit eine merkwürdige Insel: die Hochburg des Britrocks auf dem Kontinent. Auch "Tame" knüpft einmal mehr an diese gute Tradition an. Der Opener "Sign" setzt sein Zeichen in einer musikalischen Atmosphäre, die zur Muße mahnt, die "Better Days" trommeln die alten Beat-Tage herbei und "Levity", die Singleauskopplung der EP, besticht durch seine Offbeatlastigkeit und seinen Mitsingfaktor.

Sieben Songs vereint "Tame" im schicken Digipack. Und so wie man es von The Fous auch live kennt, warten sie auch mit einer Akustik-Ballade auf: "What if" ist nachdenkliches und dabei doch entspanntes Liedgut mit eingängiger Melodie und leicht eingespielter Solo-Gitarrenbegleitung. Wie man den leichten, schwebenden Britrock-Drive mit einer gewissen Melancholie vereint, machen The Fous dann noch einmal zum Schluss mit "G.C.C." vor. Viel Atmosphäre aus den analogen E-Gitarrenverstärker und darüber Kai Brands Stimme, die immer häufiger nach großer Bühnengeste klingt. Musik für alle, die auf den Brexit pfeifen, weil Dinslaken und seine urbritische Musikszene mitten in EU-Land liegen.

(bes)
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