Dinslaken: Telekom: Power-Internet für Dinslaken

Dinslaken : Telekom: Power-Internet für Dinslaken

Von dem Breitband-Ausbau sollen ab 2015 rund 33 000 Haushalte im Vorwahlgebiet 02064 profitieren. Dazu zählt auch Bruckhausen. Stadt und Telekom unterzeichneten gestern im Rathaus die Absichtserklärung.

Die Telekom gibt Gas auf der Datenautobahn. Und sie setzt beim Ausbau ihres Netzes neueste Technik ein. "Unser Ziel ist es, bis zu 85 Prozent aller Haushalte in Dinslaken mit 100 Megabit pro Sekunde zu versorgen", sagte gestern Uwe Abels, kommunaler Ansprechpartner der Telekom, bei der Unterzeichnung der Absichtserklärung im Rathaus. Bürgermeister Dr. Michael Heidinger sprach von einem sehr ehrgeizigen Projekt. "Die Deutsche Telekom wertet mit der geplanten Investition nicht nur unsere Stadt, sondern jedes einzelne Grundstück im Ausbaugebiet auf." Ein schneller und leistungsfähiger Internet-Anschluss gehöre heute zu den wichtigsten Forderungen, die von jungen Familien und mittelständischen Unternehmen an die Politik gestellt würden, betonte der Bürgermeister.

Damit die Daten in Dinslaken in Zukunft noch schneller fließen, wird die Telekom 75 bis 80 Kilometer Glasfaserleitungen neu verlegen und an 230 Multifunktionsgehäuse anbinden, die zum Teil neu aufgestellt oder erweitert und mit neuster Technik ausgestattet werden. Glasfaser gilt zurzeit als das schnellste Übertragungsmedium der Welt. Die Daten bewegen sich mit Lichtgeschwindigkeit. Eine einzelne Glasfaser ist etwa neunmal dünner als ein menschliches Haar. Während ein armdicker Kupferkabelstrang gerade mal 1500 Telefonschlüsse versorgen kann, bringt es ein Glasfaserstrang von acht Millimetern Durchmesser auf 35 000 Anschlüsse.

In den Multifunktionsgehäusen, die 1,60 Meter hoch, 80 Zentimeter breit und 45 Zentimeter tief sein werden und damit wuchtiger ausfallen als die bisherigen Kästen — werden die Daten auf das bestehende Kupferkabel übertragen, das in die Wohnung des Internetnutzers führt. Damit das Signal auf dem Kupferkabel nicht an Geschwindigkeit verliert, wird Vectoring eingesetzt. Das ist eine Art Turbo auf dem Kupferkabel, eine spezielle Kanalcodierung, die Störungen reduziert und dafür sorgt, dass die Übertragungsrate deutlich gesteigert werden kann. Das funktioniert, ohne dass am Haus oder in der Wohnung des Kunden irgendetwas umgebaut werden muss.

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Das maximale DSL-Tempo beim Herunterladen verdoppelt sich auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde. Beim Heraufladen vervierfacht sich das Tempo auf bis zu 40 Megabit pro Sekunde. Das ist wichtig, um Fotos, Videos und Musik über das Netz austauschen. Auch für die Kunden des Telekom-Produkts Entertain ist ein leistungsfähiger Internet-Anschluss entscheidend. Hier werden drei Leistungen gebündelt: Internetzugang, Telefon-Flatrate und interaktives, hochauflösendes Fernsehen.

Der Startschuss für den Netzausbau in Dinslaken soll im zweiten Halbjahr 2014 erfolgen. Die Inbetriebnahme ist für Anfang 2015 geplant. Zwei Drittel der Glasfaserleitungen werden in bereits vorhandene Leerrohre verlegt, etwa 25 Kilometer müssen komplett neu in die Erde gebracht werden. Während des Ausbaus wird an dem bestehenden Netz nichts verändert. Es bleibt voll funktionsfähig. Damit möglichst wenige Straßen aufgerissen werden müssen, versprach Bürgermeister Heidinger zwischen Telekom und Stadt ein "Höchstmaß an Koordination". Die Stadt hat zugesagt, die Genehmigungen für den Ausbau zeitnah zu erteilen. Die Kosten für den Ausbau in Dinslaken — es handelt sich um eine zweistellige Millionensumme — trägt die Telekom.

(RP)
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