Dinslaken: Taschen aus Schwimmwesten

Dinslaken: Taschen aus Schwimmwesten

Der Eine Welt Laden in Dinslaken unterstützt Flüchtlinge auf Lesbos.

Edith Bruckwilder vom Eine Welt Laden Dinslaken und ihr Mann, Flüchtlingspfarrer i.R. Gerhard Greiner, trafen während einer Gruppenstudienreise nach Athen, in ihrem Hotel beim Frühstück den Europabeauftragten der Bundesflüchtlingsorganisation Pro Asyl Karl Kopp, den sie von früher kannten. Ein Essen in einem Straßenrestaurant im Stadtviertel Exarhia wurde vereinbart. Es wurde ein guter Abend mit guten Gesprächen und einer Idee, die jetzt in die Tat umgesetzt wurde.

Karl Kopp erzählte von der Pro Asyl Partnerorganisation Lesvos Solidarity und von der Werkstatt, in der Schwimmwesten, mit denen Flüchtlinge auf Lesbos gerettet wurden und die achtlos am Strand liegen gelassen worden waren, zu Taschen verarbeitet werden.

Shohib musste aus politischen Gründen aus Pakistan fliehen und kam übers Meer nach Griechenland.

Er hatte Asyl bekommen. Dass er ausgerechnet mit dem Material von gebrauchten Schwimmwesten arbeitet, sei etwas Besonderes, sagt er. Am Anfang dachte er: "Vielleicht war das meine Schwimmweste. Die Schwimmwesten haben uns damals das Leben gerettet. Und jetzt retten sie uns wieder. Das ist schön."

Neben ihm steht Sofia Sika. Sie ist Griechin und arbeitet mit Flüchtlingen zusammen in der Werkstatt. Sie kontrolliert, ob an den Taschen alles in Ordnung ist und schneidet die letzten Fäden ab, die hier und da noch heraushängen. Auch sie ist froh, Arbeit gefunden zu haben. "Es ist gut, dass Griechen und Flüchtlinge zusammenarbeiten," sagt sie. "So können sie sehen, dass es auch die Einheimischen nicht leicht haben."

Edith Bruckwilder war Feuer und Flamme. Karl Kopp schickte noch ein paar Informationen per E-Mail. Und bald war der Kontakt mit der Evangelische Kirche von Hessen und Nassau in Frankfurt geknüpft, die dieses Projekt von Lesvos Solidarity unterstützt, indem sie 150 dieser Taschen erworben hat.

Jetzt gibt es die Taschen im Eine Welt Laden Dinslaken an der Duisburgerstraße 43. Nicht nur ein schönes Weihnachtsgeschenk, sondern auch ein Zeichen der Solidarität mit den Flüchtlingen auf Lesbos, die zum größten Teil dort unter erbärmlichsten Bedingungen leben müssen und den einheimischen Griechen und Griechinnen, die durch die Sparpakete der Europäischen Union wahrhaft gebeutelt sind.

Der eine Welt Laden ist geöffnet von Dienstag bis Freitag, 10 bis 12.30 und 15 bis 18.30 Uhr; am Samstag 10 bis 13 Uhr.

(RP)