1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Dinslaken: Tankleck in Hünxe löst Prüfungen aus

Dinslaken : Tankleck in Hünxe löst Prüfungen aus

Kerosin gelangte nicht ins Trinkwasser. Womöglich hat Rost den Behälter in Bucholtwelmen porös gemacht.

Wesel Aus einem Tank der TanQuid GmbH & Co KG in Hünxe sind 550 Kubikmeter Kerosin ausgelaufen und in den Untergrund gelangt. Dies hat die Firma bereits am 6. November der Bezirksregierung Düsseldorf mitgeteilt, die ihrerseits erst gestern über den Vorfall informierte. Dass die Behörde nicht unmittelbar die Öffentlichkeit ansprach, lag laut Sprecher Bernd Hamacher daran, dass wegen eines "Altfalls" sofort klar gewesen sei, dass keine akute Gefahr bestand. Dieser Altfall ereignete sich 2003. Damals waren 150 bis 200 Kubikmeter Benzin ausgelaufen, wofür Ex-Betreiber BP die Verantwortung übernahm. Grundwasserfließrichtungen wurden untersucht. Ergebnis: keine Gefahr fürs Trinkwasser. 20 Pegel (Grundwassermessstellen) wurden gesetzt, um den Umweltschaden weiter zu beobachten. Dieser Altfall führt laut Michael Fastring von der Umweltbehörde des Kreises Wesel nun zu Glück im Unglück. Denn der aktuelle Unfall betrifft offenbar dasselbe Gebiet.

Wie Dr. Ulrike Nienhaus, Leiterin der Umweltabteilung der Bezirksregierung, gestern im Weseler Kreishaus erläuterte, gehe es nun um die Frage, wie mit dem Gesamtpaket beider Unfälle umgegangen werden könne. Dazu würden Gutachten erstellt. Eventuell stehen der Austausch des Bodens oder das Impfen des betroffenen Geländes mit kerosinzersetzenden Bakterien an.

Es geht um eine Fläche von 250 mal 150 Meter auf dem Industriegelände. Laut Bezirksregierung hat sich das leichte Kerosin in sechs Meter Tiefe auf das Grundwasser gelegt. Trinkwasser sei nicht gefährdet, weil es sich im Anstrom zur fraglichen Fläche befinde, sagte Nienhaus. Der Wesel-Datteln-Kanal sei ebenfalls nicht betroffen, weil kein Anschluss zum Grundwasser bestehe. "Und die Lippe ist weit weg", sagte Nienhaus. Der Firma TanQuid war der Verlust besagter 550 Kubikmeter Kraftstoff in einem Tank aufgefallen, der insgesamt 25 000 Kubikmeter fasst. Der riesige Behälter wurde abgepumpt und gereinigt. Als Ursache könnte Rost infrage kommen.

Die Bezirksregierung hat nicht nur die Nutzung des Tanks bis auf weiteres untersagt. Sie nimmt jetzt auch andere Groß-Tanklager unter die Lupe. Darüber hinaus hat das Umweltministerium landesweit Prüfungen des Zustands ähnlicher Anlagen veranlasst. Laut Nienhaus verhalte sich TanQuid "äußerst kooperativ". Es sei nun systematisch zu untersuchen, welche Maßnahmen ergriffen werden müssten.

(RP)