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Tag des Baumes: Rotbuche als Zeichen gegen Klimawandel

Tag des Baumes : Rotbuche als Zeichen gegen Klimawandel

Am Tag des Baumes pflanzte die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Kreisverband Wesel, gemeinsam mit der Bürger-Interessengemeinschaft Spellen ein Exemplar an einer Stelle, die häufiger frequentiert wird.

Mittlerweile gibt es ja an jedem Tag des Jahres irgendetwas zu feiern oder zu gedenken. Manche Daten sind sogar gleich mehrfach diversen Aktionen gewidmet. Mal sind es ernste, mal eher kuriose Hintergründe und Anlässe, die einen Tag zum „Tag des …“ machen. Sicherlich in die erste Kategorie darf man den bundesweiten Tag des Baumes (25. April) einordnen. In diesem Jahr feiert dieser Tag sogar runden Geburtstag, denn er wird bereits zum 70. Mal begangen. Mit ihm verfolgt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) das Ziel, Menschen darauf aufmerksam zu machen, wie wertvoll Bäume für Mensch und Umwelt sind.

So hat sich der Tag des Baumes über die Jahre hinweg zu eine der erfolgreichsten Mitmachaktionen im Baum- und Waldschutz entwickelt. Millionen von Bäumen sind bereits im Rahmen dieser Kampagne gepflanzt worden. Jährlich organisieren Bundes-, Landes-, Kreis- und Ortsverbände der SDW die Baumpflanzungen, die vom Parkbaum über den Alleebaum bis hin bienenfreundlichen Sträuchern reichen, mit denen Zeichen für die Zukunft gesetzt werden sollen.

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Auch der Kreisverband Wesel der SWD trägt diesem Tag Rechnung. Thomas Becker, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes, nennt das Pflanzen des Baumes, das der Verband gemeinsam mit der Bürger-Interessengemeinschaft „BIG“ in Voerde-Spellen (Auf dem Prickenberg/Hahnenberg) vornahm, zwar „einen symbolischen Akt“. Er streicht aber gleichzeitig auch die Bedeutung dieser Aktion heraus. „Wir machen da jetzt seit einigen Jahren mit und wollen damit auch einen Impuls an die Bevölkerung senden“, so Becker. Diesmal ist es der Baum des Jahres 2022, die Rotbuche, die an markanter Stelle in Spellen eingepflanzt wurde. „Das war uns schon wichtig, dass der Baum nun an einer Kreuzung steht und entsprechende Aufmerksamkeit erhält“, sagt Thomas Becker. 

Ursprünglich wurde der Tag von der SDW 1952 ins Leben gerufen. Anlass waren die starken Waldverluste und die Reparationsforderungen nach dem Zweiten Weltkrieg und ein krisenbedingter, übermäßiger Einschlag für die Brennholzgewinnung. Das Verhältnis zwischen Abholzung und Aufforstung stimmte schlichtweg nicht mehr. Dem wollte die SDW entgegenwirken. Und so setzte die Organisation ein Zeichen und pflanzte gemeinsam mit dem damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss einen Bergahorn im Bonner Hofgarten. 

Diese Tradition setzte sich Jahr für Jahr fort. Mittlerweile wird an zahlreichen Stellen im Land stets am Tag des Baumes auch ein solcher gepflanzt. In den aktuellen Zeiten des spürbaren Klimawandels hat sich dieser Tag ebenso wie der einen Monat zuvor datierte Tag des Waldes als wichtiger Gedenktag etabliert. Wie sehr das Klima der Natur zusetzt, zeigt eine eigentlich schöne Baumpflanz-Idee entlang der Autobahn A4 zwischen Düren und Kerpen gezeigt. Dort waren für jedes Jahr zwischen 1985 und 2018 fünf Exemplare des jeweiligen „Baum des Jahres“ als Allee gepflanzt und entsprechend gekennzeichnet worden. Doch einige dieser Bäume mussten aufgrund zu trockener Sommer ersetzt werden. 

„Eine solche Aktion könnte ich mir aber auch gut für den Kreis Wesel wünschen. Sie muss ja nicht unbedingt im direkten Zusammenhang mit dem Tag des Baumes stehen“, sagt Thomas Becker, der sich eine vergleichbare Allee an der Römer-Lippe-Route gut vorstellen könnte. Becker spricht sich übrigens auch für eine Kennzeichnung der im Zuge der Aktion gepflanzten Bäume aus. Noch wichtiger ist ihm allerdings, dass mit der Pflanzaktion zwei ökologisch orientierte Initiativen im Kreis Wesel zusammengeführt werden, die auch zukünftig von einem gegenseitigen Erfahrungsaustausch und weiteren Aktionen profitieren möchten, um einen ökologischen Fußabdruck in der vielfältigen Naturlandschaft des Kreises Wesel zu hinterlassen.