SYLS-Festival im Dinslakener Burgtheater

Dinslaken : Bands rocken lautstark im Burgtheater

Das ehrenamtlich organisierte SYLS-Festival bot musikalisch stilistische Vielfalt von hoher Qualität.

Zwei Tage SYLS-Festival bedeuten seit dem Jahr 2005 Gelegenheit für 15 Bands, das Burgtheater mit seiner im Umkreis einmaligen Atmosphäre zu rocken. Das hat sich offenbar in Musikerkreisen herumgesprochen.

Und so folgten dem diesjährigen Online-Aufruf der SYLS-Organisatoren sage und schreibe 150 Bands. Darunter Bewerbungen von Hamburg bis Bayern und sogar aus dem Ausland. Aber SYLS steht für „Support your local scene“. Und so waren es an diesem Freitag und Samstag (24. und 25. August) vor allem Dinslakener Bands, die, neben einigen Gästen aus dem Ruhrgebiet und Rheinland, zeigten, wie vielfältig, professionell und unterstützungswürdig die hiesige Szene ist.

Das SYLS-Festival ist neben der Musik auch immer ein Treffpunkt für die Dinslakener gewesen. Ein Ort, an dem gefeiert wird. So war es auch am Freitag, gleich zu Beginn um 18 Uhr. Die Dinslakener Urgesteine Midnight eröffneten das Festival, das dieses Jahr auf den Geburtstag von Sänger Bernd fiel.

Als Geschenke verteilten sie Japanese-Junkfood dazu. Die Punk-Rocker mit der Betonung auf der zweiten Bezeichnung ihres Stils warfen Glückskekse ins Publikum.

Ein wenig Glück braucht man bei der Tombola, die inzwischen zum SYLS gehört wie die Festivalbändchen und seit vergangenem Jahr auch der Chill-out-Bereich. Die Tombola-Gewinne sind Spenden. Gutscheine von Dinslakener Gastronomen, Sachspenden aus dem Handel, aber auch Spenden von privat. Die reichen dann von der AC/DC-CD bis zum „Wunschkonzert der Blasmusik“. Gewinner gibt es aber immer: Von den letzten Einnahmen erhielt eine Schule der afrikanischen Kirchengemeinde „Miremba Maria“ Tische und Stühle, in diesem Jahr kommt das Geld einer Schule ebenfalls in Uganda zugute, die bislang nicht gefördert wurde.

Inzwischen spielen Pott Riddim ihren „Death Reggae“ genannten Ska-Punk unter Palmen. Ohne allerdings zu vergessen, wo man ist: „Einen großen Applaus für das SYLS-Team“, fordert der Sänger der Gruppe, „die machen das alle ehrenamtlich und das ist schon ‘ne ganz starke Nummer.“ Auch die Bands spielen unentgeltlich. Dass es in diesem Jahr Backstage Nudeln gibt, damit hat man sich schon was gegönnt.

Die Zeiten, dass das SYLS 5000 Besucher anzog, sind leider vorbei. Zudem kommen die Fans sehr gezielt zu den Bands, die sie sehen wollen. Trak schaffen es gleich als Opener am Samstag um 17 Uhr, das Publikum zum Mitklatschen und Mitsingen zu bewegen. Die Abräumer am Freitag sind Beginning. Am Samstag ist die Vorbühne bei Zeitkonsum dann richtig gefüllt. Die Band um Sänger Matthias trifft den Nerv des SYLS-Publikums: Punk mit deutschen Texten. Das macht auch Dr. Reudlon und, gemixt mit Rap Kuck Ma Ich. Safety First mixen deutsche und englische Texte, Kultrekorder bewegen sich in poppigeren Gefilden und Strommasten, die Headliner vom Samstag, packen eine gehörige Portion Retro-Elektropop dazu. Die Hip-Hop-Sparte wird von ImpulZ abgedeckt, der „klassische“ 90er-Jahre Punk kommt von den Dirtsheets.– Rock Querbeet wie in jedem Jahr von den Fud’ies. Neu ist am späteren Samstagabend das Zwischenprogramm oben im Wandelgang des Burgtheaters. Eine Gruppe um Flamenco-Gitarrist Mohammed Habbal spielt Akustik-Sets: Ein Konzept, das nun festen Eingang ins SYLS-Festival finden soll.

(bes)