Dinslaken: Street Food im Eis

Dinslaken : Street Food im Eis

Am Wochenende machte das Street-Food-Festival wieder Halt in Lohberg. Das Wetter hätte es mit den "Foodies" etwas besser meinen können. Dennoch fanden sich einige Straßen-Gourmets ein.

Temperaturen um den Gefrierpunkt, leichter Schneefall, steifer Wind - die Eröffnung der Dinslakener Street-Food-Saison war nichts für Warmduscher. Für die, die es trotz widriger äußerer Umstände zum ehemaligen Zechengelände schafften, öffneten sich wieder die kulinarischen Pforten vieler Herren Länder. An etwa 30 Food-Trucks und Ständen in der Zentralwerkstatt und davor durften die Besucher ihre Geschmacksknospen zum Jubilieren bringen, so etwa bei den Churro's Bro's Julian und Rafael.

Churros, das sind längliche Krapfen, die in Öl frittiert und anschließend bestreut werden. "Unsere Churros sind selbst kreiert und in mühseliger Handarbeit gefertigt", gab Julian einen Einblick in seine Arbeit. Traditionell werden Churros mit Zucker bestreut, Julian experimentiert gerne auch mit deftigeren Varianten. So konnten die "Foodies" bei ihm auch einen Pulled-Chicken-Churro oder eine Beigabe aus karamellisierten Portweinzwiebeln kosten. Ein Alleinstellungsmerkmal, das den Brüdern im letzten Jahr den ersten Platz in der Kabel1-Serie "Mein Lokal, dein Lokal" einbrachte. Mit dem Wetter hatten Churro's Bro's indes wenig Probleme. "Ich bin nicht unzufrieden. Unser Produkt funktioniert auch bei diesem Wetter", so Julian.

Anders sah das bei Michel und Sandra aus Köln aus. Mit 15 verschiedenen Sorten gekühltem Craft Beer konnten sie nicht allzu viele Bierdurstige hinter dem Ofen hervorlocken: "Bei dem Wetter kommen kaum Leute. Die trinken lieber einen Kaffee. Im Sommer sind wir dann wieder dran", sagte Michel, der mit Partnerin Sandra sein Lager in der Zentralwerkstatt aufgeschlagen hatte. Wer dem Hopfengetränk aufgrund äußerer Umstände wenig abgewinnen konnte, hatte zumindest die Möglichkeit, sich von den beiden die neuen Trends der Bierbrauerszene erklären zu lassen: "Vor allem fruchtig, blumige Varianten oder sehr starke Biere sind derzeit gefragt", bilanzierte Michel: "Hauptsache kein Bier von der Stange".

Von der Stange gab es beim Street-Food-Festival sowieso nichts. Gleich gegenüber dem Craft-Beer-Stand lockte etwa Big-B aus Neuss mit "101-prozentigem schokoladigem Genuss". Doro, die den Stand das Wochenende über betreute, erklärte, was die linksrheinischen Brownies auszeichnet: "Wir unterscheiden uns bei der Herstellung von der Industrie. Echte Kuvertüre, gute Butter und ein amerikanisches Rezept, das wir mit Handarbeit und ganz viel Liebe umsetzen."

Besonders beliebt sei ein Brownie mit gesalzenen, karamellisierten Erdnüssen - kalorienreich und beglückend. Deftiges und Süßes aus dem Senegal, Menüs aus Malaysia oder Fleischgerichte aus Südamerika - das Angebot beim Street-Food-Festival hielt für jeden Gaumen eine Freude bereit.

Auch wenn das ein wenig von innen wärmte: Beim nächsten Festival darf es - so der Tenor der "Foodies" - gerne wieder ein paar Grad wärmer sein.

(DK)
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