Stefanie Maurer ist die neue Chefin der Averbruchschule in Dinslaken

Mit 35 Jahren : Schulleiterin, Mutter, Gestalterin

Seit Februar ist Stefanie Maurer die neue Chefin der Averbruchschule, ihr Sohn ist vier Monate alt. Dazu befindet sich die Schule auch noch im Umbau. Stressig sei das nicht, sagt die 35-Jährige Dinslakenerin.

Ein Jobwechsel nach gut zehn Jahren als Lehrerin an einer Essener Grundschule, der Aufstieg zur Rektorin in Dinslaken und die Geburt ihres ersten Kindes: Dieses Jahr ist ein ganz besonderes für Stefanie Maurer. Im Februar, damals noch hochschwanger, wurde die 35-Jährige zur neuen Leiterin der Averbruchschule ernannt. Dass die derzeit umfangreich saniert wird und deshalb ihr Zwischenzuhause im Gebäude der ehemaligen Jeanette-Wolff-Realschule hat, sollte vielleicht auch nicht unerwähnt bleiben. Ist dieses Jahr also auch ein ganz besonders stressiges für Stefanie Maurer?

„Nein“, sagt sie, als sie die Tür zu ihrer Wohnung in Eppinghoven öffnet. Energiegeladen läuft Maurer die vielen Treppenstufen ins Dachgeschoss hinauf, schenkt am Küchentisch erstmal zwei Gläser kühles Sprudelwasser ein und nimmt schließlich selbst Platz. Dann erzählt sie, dass es neu, aufregend, spannend sei. Und manchmal natürlich auch herausfordernd. „Weil es ja gerade ganz viel ist, was im Fluss ist.“ Aber das sei eben auch toll. „Weil wir an der Averbruchschule ja jetzt noch ganz viele Weichen für unsere zukünftige Arbeit stellen können.“ Und das sei – neben dem müßigen, täglichen Pendeln nach Essen – auch einer der Gründe gewesen, warum sie sich auf die Rektorenstelle in Dinslaken beworben habe. „An meiner alten Schule habe ich eben irgendwann gemerkt: Okay, ich würde es anders machen. Und ich bin auch einfach eine Gestalterin: Ich gehe gerne Projekte an, wo es auch erstmal ums Probieren geht.“

Das sei an der Averbruchschule derzeit möglich. „Schließlich müssen wir hier gerade Lernsituationen gestalten, die noch gar nicht da sind“, sagt Maurer und meint damit unter anderem, wie die Nutzung von Medien im Unterricht zukünftig erfolgen könne – und welche digitale Ausstattung hierfür erforderlich sein muss. „Wir Lehrer sagen nicht nur einfach so oft, dass das Schulgebäude eigentlich der dritte Pädagoge ist.“

Seit 1. Juni gestaltet sie nun diesen „dritten Pädagogen“ mit, in Elternzeit – „mit sage und schreibe sechs Stunden in der Woche“. Das sei mit Ole, ihrem knapp vier Monate alten Sohn, gut vereinbar, weil sie eben primär die Sanierung im Blick habe und recht flexibel arbeiten und ihn auch mal mitnehmen könne.

Ihre neuen Kollegen hat sie so trotzdem schon kennengelernt – und dabei das „tolle Gefühl bekommen, dass an der Schule schon vieles gut läuft“. Bei der Sparda-Spendenwahl – bei der die Averbruchschule mit ihrem Projekt zu einer digitalen Schnitzeljagd übrigens den ersten Platz belegte – habe sie erste Kontakte zu den Eltern knüpfen und ihre „hohe Eigeninitiative“ schätzen lernen können. Und dann war da noch das Frühlingsfest an der Averbruchschule. Bei dem sangen die Kinder ein Lied vom Wasser, dem Boot und dem Kapitän. „Und der bin dann jetzt ja wohl ich“, sagt Stefanie Maurer. Wie zur Bekräftigung ihrer Worte lacht Sohn Ole, der mittlerweile aus seinem Vormittagsschläfchen erwacht ist, auf ihrem Schoß sitzt und fröhlich mit seinen Händchen patscht.

(akw)
Mehr von RP ONLINE