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Dinslaken: Stadthalle: Brandschutzbeauftragter zeigt die Mängel auf

Dinslaken : Stadthalle: Brandschutzbeauftragter zeigt die Mängel auf

Kabel, die durch Schlitze von Rauchschutztüren geführt sind, so dass selbst blutige Laien erkennen können, dass diese Türen ihren Zweck nun wirklich nicht erfüllen können, Brandschutzklappen, die nicht mehr schließen, ja nicht einmal eine Zulassung haben, vorsintflutlich anmutende Technikräume, Dieselaggregate, deren Tank leckt und die nicht mehr anzeigen, wie viel Treibstoff drin ist, so dass dies mühsam manuell kontrolliert werden muss, ein Notstromaggregat, das ebenfalls per Hand "vorgeglüht" werden muss - Dirk Schmitkort, Brandschutzbeauftragter der Stadt, präsentierte den Mitgliedern des Bauausschusses, die er gestern durch die Tiefgarage und die Kathrin-Türks-Halle führte, jede Menge Beispiele, die offensichtlich werden ließen, warum die TÜV-Prüfer bei ihrer Begutachtung "erhebliche Brandschutzmängel" monierten und den Betrieb der Tiefgarage und der Stadthalle für nicht mehr sicher befanden. Und Schmitkort machte bei der Ortsbesichtigung auch klar, dass sich die Mängel nicht so einfach beheben lassen, weil beispielsweise die Brandschutzklappen mit Asbest eingehaust sind, so dass kein Weg an einer Komplettsanierung von Halle und Tiefgarage vorbeigeht. Die Botschaft, die die Politiker gestern mitnahmen, war eindeutig: An der Schließung der Garage zum Ende des Monats und der Halle zum Ende des Jahres lässt sich nicht mehr rütteln. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die Stadt seit 2013, als der TÜV bereits etliche dieser Brandschutzmängel festgestellt hatte, rund 400 000 Euro beispielsweise in eine neue Sprinkleranlage und in eine fast flächendeckende Brandmeldeanlage investiert hat, die laut Schmitkort sicherstellt, "dass wir ein unbemerkt ausbrechendes Feuer zu 99 Prozent ausschließen können". Mit diesen Investitionen hatte sich die Stadt nur eine Gnadenfrist erkauft, die nun abläuft. Dass die Halle überhaupt noch bis Ende des Jahres in Betrieb bleiben kann, liegt unter anderem daran, dass die Feuerwehr bei Veranstaltungen über die normale Zahl der Brandwachen hinaus zusätzliche Kräfte stellt.

Warum dieser Weg nicht weiter gangbar ist bis zur ohnehin geplanten Schließung der Halle oder warum die Halle angesichts der so offensichtlichen Mängel nicht sofort geschlossen werden muss? Diese Fragen wurden bei der Ortsbesichtigung nicht beantwortet. Sie wurden allerdings von der Politik auch nicht gestellt. Nicht vor Ort und auch nicht in der anschließenden Ausschusssitzung im Rathaus.

(RP)