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Stadthalle, Bahnhof, Trabrennbahn-Areal und andere Großbaustellen in Dinslaken

Fakten und Hintergrund: Kommunalwahl 2020 : Noch einige Großbaustellen in Dinslaken

Am 13. September finden Kommunalwahlen statt. Die Bürger stellen Weichen für die Zukunft ihrer Kommune. In Dinslaken wird es um die grundsätzliche Frage gehen, wie die Neuorientierung aussieht, welche Prioritäten für Vorhaben sich ändern, welche Projekte nun nach vorne rücken, welche noch Zeit haben und deshalb möglicherweise erst einmal ausgesetzt werden.

Was sich Anfang des Wahljahres niemand hätte vorstellen konnte, dass ein Virus die Welt verändert, ist inzwischen Wirklichkeit geworden. Und der neue Dinslakener Stadtrat wird sich auch mit den Folgen und Herausforderungen der Corona-Pandemie beschäftigen müssen, von der noch niemand weiß, wann sie überwunden sein wird. Fest steht jedenfalls, dass sie auch die künftigen politischen Entscheidungen beeinflussen wird. In Dinslaken wird es um die grundsätzliche Frage gehen, wie die Neuorientierung aussieht, welche Prioritäten für Vorhaben sich ändern, welche Projekte nun nach vorne rücken, welche noch Zeit haben und deshalb möglicherweise erst einmal ausgesetzt werden.

In Dinslaken ist einiges auf den Weg gebracht worden, einige Projekte, wie die Sanierung und der Umbau der Stadthalle gehen langsam ihrem Ende entgegen, Noch in diesem Jahr soll die Kathrin-Türks-Halle fertig werden. Bleibt allerdings die Frage nach den Kosten. Knapp unter 35 Millionen sind eingeplant. Wenn es billiger werden sollte, umso besser; erfahrungsgemäß ist es allerdings wahrscheinlicher, dass der Kostenrahmen überschritten wird – sei es wegen Preissteigerungen in nicht erwartetem Ausmaß oder weil zusätzliche Ausgaben für Arbeiten anfielen, die vorher nicht abzusehen gewesen sind.

Die Stadtentwicklung Dinslakens ist in den vergangenen Jahren deutlich nach vorn gebracht worden. Millionen wurden in den Ausbau von Kindergärten und Schulen investiert. Gerade im Schulbereich werden auch weiterhin enorme Anstrengungen und Investitionen notwendig sein. Die Corona-Krise hat allzu deutlich gezeigt, dass man bei der Digitalisierung der Schulen zu nachlässig gewesen ist. Lässt sich das Versäumte innerhalb eines akzeptablen Zeitraumes nachholen? Stehen die dafür benötigten Gelder zur Verfügung? Muss umgeschichtet werden, bleiben vielleicht einige andere Projekte dafür auf der Strecke?

Eine künftige Baustelle der Kom mune: der Bahnhofsvorplatz. Er und auch das Bahnhofsgebäude selbst strahlen nicht mal mehr den Charme vergangener Jahre aus. Wer dort ankommt, sieht zu, dass er von dort schnell wieder wegkommt. Einigkeit herrscht zwischen der Stadt Dinslaken und der Deutschen Bahn AG, dass das aus dem Jahr 1956 stammende Bahnhofsgebäude abgerissen werden und an seiner Stelle ein neues errichtet werden soll. Von der Stadtverwaltung wurde im Zuge der Entwicklung der Innenstadt auch das Bahnhofsumfeld in den Blick genommen und als dringend verbesserungswürdig befunden. Für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes wurde ein städtebaulicher Wettbewerb ausgeschrieben. Die Verkehrssituation sollte grundlegend verändert, das Stellplatzangebot für Pkw und Fahrräder deutlich aufgestockt, die Wegeverbindungen für Fußgänger und die Aufenthaltsqualität verbessert werden. Das neue Konzept überzeugte nicht auf ganzer Linie und rief etliche Kritiker auf den Plan. Schließlich gab es sogar ein Bürgerbegehren, damit die alte Verkehrsführung und die bisherige Parkplatzsituation bestehen bleiben. Es war nicht erfolgreich.

Doch daraus hat die Verwaltung gelernt und bei dem Großprojekt der künftigen Nutzung des Areals der Trabrennbahn die Bürger sofort mit ins Boot geholt. So veranstaltete sie Themenwochen zur Zukunft der Geländes am Bärenkamp. Ein neues Wohnquartier soll dort entstehen, wie es die bisherigen Planungen vorsehen, Details sind noch nicht festgelegt. Der mit dem Trabrennverein geschlossene Pachtvertrag endet zum 31. Dezember 2022, ab dem 1. Januar 2023 kann die Stadt Dinslaken dann das etwa 15 Hektar große Areal, das in unmittelbarer Nähe der Innenstadt liegt, nutzen. Bis dahin müssen die Planungen für die künftige Nutzung vorangebracht sein.

Die Schaffung neuen und dabei bezahlbaren Wohnraums ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben, denn für Dinslaken wurde ermittelt, dass bis zum Jahr 2020 rund 2000 Wohnungen fehlen. Für die Kommune bedeutet dies, dass über 630.000 Quadratmeter (63 Hektar) Fläche für das Wohnen zur Verfügung stehen müssen. Davon sollten 38 Hektar für Ein- und Zweifamilienhäuser mobilisiert werden, 25 Hektar für den Bau von Mehrfamilienhäusern. Angestrebt wird ein Anteil von 30 Prozent sozial geförderter Wohnungen.

Eine der Aufgaben der Stadtentwicklung ist die Neunutzung des Freibadgeländes in Hiesfeld. Für viele Dinslakener war es eine Riesenenttäuschung, als sie erfuhren, dass das seit 2015 geschlossene Freibad nicht zu sanieren ist und deshalb aufgegeben werden sollte. Als Alternative schlug die Verwaltung vor, dort ein naturnahes Freizeitareal für Familien und Kinder zu schaffen. Auch diese Planungen stellen ein für die Stadt bedeutendes Vorhaben dar, über dessen Umsetzung noch ausgiebig und  kontrovers diskutiert werden wird.

Die Mobilität der Bürger sicherzustellen, bleibt auch künftig eine Herausforderung. Fuß-, Rad und Kfz-Verkehr sowie öffentlicher Personennahverkehr müssen aufeinander abgestimmt sein und ein funktionierendes System ergeben.