Dinslaken: Stadtarchiv: Politik fürchtet Personalnot

Dinslaken : Stadtarchiv: Politik fürchtet Personalnot

Der Neubau ist fast fertig. Noch in diesem Jahr ist Umzug und dann, so war das Ziel, wird das Archiv zu einem gesuchten Anlaufpunkt für alle, die an Dinslakens Geschichte interessiert sind. Kritik gibt's aber am geplanten Stellenabbau.

Lilo Wallerich, Fraktionschefin der Grünen, schlug im Kulturausschuss Alarm. Die Personalausstattung im Stadtarchiv ist schon heute nicht üppig. Neben Stadtarchivarin Gisela Marzin ist noch eine Fachangestellte für Archivwesen und eine Verwaltungskraft mit einer halben Stelle beschäftigt. Der befristete Vertrag der Fachangestellten allerdings läuft aus und dann soll deren Stelle nicht mehr besetzt werden. So sieht's der von der Verwaltung im Rahmen der Haushaltsberatungen vorgelegte Stellenplan vor.

Und Lilo Wallerich versteht die Welt nicht mehr. "Da bauen wir nach jahrelangem Ringen endlich ein neues Stadtarchiv und wenn es fertig ist, haben wir kein Personal, damit die Menschen es auch nutzen können", sagte sie im Gespräch mit der Rheinischen Post. "Das kann doch nicht sein." Im Ausschuss hat sie dann auch gefordert, dass die Stelle für die Fachangestellte im Stellenplan festgeschrieben wird und die Stelleninhaberin unbefristet weiterbeschäftigt wird.

Gerade jetzt in der Umzugsphase werde sie dringend gebraucht und auch danach sei es erforderlich, dass Archivnutzer hinreichend betreut werden können. Angesichts dessen wäre es für die Grüne völlig unsinnig, wenn eine erfahrene Kraft - die Stelleninhaberin hat ihre Ausbildung im Dinslakener Archiv gemacht und ist seit sieben Jahren dort befristet beschäftigt - nicht gehalten wird. "Wenn die Stelle jetzt gestrichen wird, und wir später feststellen, dass die Personalausstattung im Archiv nicht ausreicht, müssten wir jemanden einstellen, der erst noch eingearbeitet werden müsste", sagte Wallerich.

Im Kulturausschuss schloss sich Karl-Heinz Kathöwer von der Unabhängigen Bürgervertretung der Forderung der Grünen an. Auch die übrigen Kulturpolitiker zeigten sich für die Argumente durchaus empfänglich, mochten sich aber angesichts des Sparzwangs, dem, die Stadt unterliegt, nicht so weit aus dem Fenster lehnen und die Festschreibung der Position im Stellenplan fordern. Die Verwaltung ist aufgefordert, bis zur Sitzung des Hauptausschusses eine Stellungnahme zu erarbeiten. Das will diese auch tun. "Wir werden die Frage jetzt noch einmal im Verwaltungsvorstand diskutieren und dann mit einem Vorschlag in die Politik gehen", erklärte Rathaussprecher Horst Dickhäuser. Darüber, wie dieser Vorschlag sein wird, mochte er noch keine Prognose abgeben. "Dafür ist der Wunsch aus der Politik noch zu frisch." Dickhäuser erinnert allerdings auch daran, dass die Stadt sparen müsse und verwies darauf, dass der Vertrag der Fachangestellten seinerzeit vor dem Hintergrund, dass die Stadtarchivarin erkrankt war, verlängert worden sei. Wenn sie jetzt nicht weiterbeschäftigt werde, verfüge das Archiv immer noch über die ursprünglich vorgesehen Personalstärke, so Dickhäuser.

(RP)