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Dinslaken: Stadt will weiterplanen dürfen

Dinslaken : Stadt will weiterplanen dürfen

Viele Fragen blieben beim Bürgerdialog zum Bahnhofsvorplatz unbeantwortet.

Eine der aktivsten Rollen an diesem Abend hatte Stadtsprecher Marcel Sturm. Er hatte gestern beim Bürgerdialog zur Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes die Rolle übernommen, das Mikrofon durch die Stuhlreihen im Dinslakener Ratsaal zu denen zu tragen, die eine Frage hatten. So musste er in den gut zwei Stunden etliche Meter zurücklegen, denn Fragen und kritische Anmerkungen gab es viele, konkrete Antworten weniger. Letzteres zwangsläufig, wie Bürgermeister Michael Heidinger und Baudezernent Dr. Thomas Palotz deutlich zu machen versuchten. Denn noch seien die Planungen in einem Stadium, in dem viele Details erst noch zu klären seien. Beim Bürgerentscheid am 10. Juni geht es aus Sicht der Verwaltungsspitze dann auch vor allem darum, dass sie die Freiheit erhält, weitere Verbesserungen der Situation auf dem Bahnhofsvorplatz planen zu können. Die Details, so ihr Versprechen, würden dann im weiteren Verlauf intensiv mit den Dinslakenern abgestimmt, ihre Ideen könnten einfließen. Dieser weitere Planungsprozess ist aus Sicht der Stadtspitze aber ausgeschlossen, wenn sich die Initiatoren des Bürgerentscheids mit ihrer Forderung, die Verkehrsführung und die Parksituation dort so zu lassen, wie sie ist, durchsetzen. Und von dieser Auffassung ließ sie sich auch nicht durch den Hinweis abbringen, dass das Ergebnis des Bürgerbegehrens. nur für zwei Jahre bindend sei.

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Zudem gehe es um Fördergelder, die möglicherweise zu einem späteren Zeitraum nicht mehr so üppig fließen könnten. Die Aussicht auf Fördergelder, so sagte der Bürgermeister, sei auch der Grund, warum die Stadt keine kleine Lösung für den Bahnhofsvorplatz anstrebe. Dessen grundlegende Neugestaltung sei Teil eines aufeinander abgestimmten Konzepts der Stadtentwicklung. Dass Dinslaken in der Vergangenheit so erfolgreich Fördergelder habe einwerben können, läge eben daran, dass die Stadt mit ihren integrierten Handlungskonzepten für die Stadtentwicklung, die eben nicht auf vereinzelte kleinteilige Verbesserungen abzielten, die Fördergeber davon habe überzeugen können, dass das Geld in Dinslaken gut angelegt werde.

Dann aber doch noch zwei konkrete Ansagen: Einen Durchstich zur rückwärtigen Seite des Bahnhofs, um auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs für eine Entlastung der Parksituation sorgen zu können, ist laut Planungsdezernent auf Jahre wohl nicht zu verwirklichen. "So viel Zeit haben wir nicht", sagte Palotz. Und auf ein richtig schickes Bahnhofsgebäude werden die Dinslakener wohl auch vorerst verzichten müssen. Die Stadt hat seit längerem mit der Bahn über den Kauf des Bahnhofs verhandelt, um bei der Gestaltung des Gebäudes freie Hand zu haben. Diese Verhandlungen hat die Bahn vor einigen Tagen ergebnislos beendet.

(RP)