Voerde: Stadt richtet die Parkschule für den Einzug von Flüchtlingen her

Voerde : Stadt richtet die Parkschule für den Einzug von Flüchtlingen her

Voerde will das Gebäude in Friedrichsfeld auf Zeit als Unterbringungsmöglichkeit nutzen. Wann genau es soweit sein wird, steht noch nicht fest, heißt es. Die Belegung der ehemaligen ist erforderlich, da andernorts Plätze wegfallen.

An der ehemaligen Parkschule in Friedrichsfeld haben die konkreten Vorbereitungen für die geplante Nutzung des Gebäudes als Flüchtlingsunterkunft auf Zeit begonnen. Auf dem Gelände wurden die ersten Duschcontainer aufgestellt; im Inneren würden vorhandene Glastüren durch bruchsichere ersetzt, sagte Bürgermeister Dirk Haarmann im Sozialausschuss. Der Einzug werde in naher Zukunft erfolgen.

Die von ihm in der Sitzung vorgelegte und an die Wand projizierte Präsentation dazu nennt als Stichtag den 30. Juni dieses Jahres. Dabei handele es sich um Rahmendaten, bis dahin, so die Planung, soll die alte Grundschule bezugsfertig sein, erklärte der Verwaltungschef. Einen genauen Termin für den Einzug gebe es noch nicht, die Stadt bereite sich auf den anstehenden Bedarf vor. Dieser ergibt sich in den nächsten Wochen und Monaten dadurch, dass an anderer Stelle Kapazitäten wegfallen. So kann die Stadt nicht mehr lange auf die Unterkunft an der Barbarastraße in Voerde setzen. Sie hat mit der Eigentümerin, der Vivawest Wohnen, nach mehreren Fristverlängerungen vereinbart, die drei Gebäudeeinheiten mit einer Kapazität von insgesamt 108 Plätzen in drei Schritten leer zu räumen: zum 30. Juni, 30. September und 31. Dezember dieses Jahres.

Zudem steht die Pestalozzischule in Voerde als Flüchtlingsunterkunft nicht mehr lange zur Verfügung. Die Stadt plant, das Gelände zu einem Wohnquartier zu entwickeln, der Rat hat mit seiner Entscheidung für einen Investorenentwurf die Weichen für die konkrete Planung gestellt. Im Rathaus wird mit einer Aufgabe der Pestalozzischule als Unterkunft ebenfalls zum 30. Juni kalkuliert. Damit stünden dann 66 Plätze weniger bereit. In der ehemaligen Parkschule in Friedrichsfeld stehen 124 Plätze zur Verfügung. Haarmann betonte, dass es sich aufgrund der räumlichen Gegebenheiten nur um eine zeitlich begrenzte Lösung handeln könne. Nicht zu vergessen: Die Stadt möchte auch dieses Schulgelände für eine Wohnbebauung nutzen. Für den Wegfall der Kapazitäten an der Barbarastraße stellt Vivawest Wohnen zwölf Wohnungen mit insgesamt 38 Plätzen "verteilt im Stadtgebiet" zur Verfügung, zudem gebe es von dem Unternehmen sechs weitere Wohnungsangebote (19 Plätze).

Die Stadt verfügt über zusätzliche Kapazitäten im ehemaligen Hotel Am Nordturm in Friedrichsfeld. Der dazu gehörige Bungalow bietet Platz für 13 Menschen, das eigentliche Hotelgebäude für 22. Im Rathaus wird damit gerechnet, dass zum 31. Dezember 2017 insgesamt 573 Menschen in städtischen Unterkünften unterzubringen sein werden, wobei darunter auch Personen sind, die bereits einen Aufenthaltstitel haben, für die sich aber auf dem freien Wohnungsmarkt keine Wohnung findet, weil dieser in Voerde "nahezu erschöpft" sei.

Der Bedarf könnte laut Haarmann mit 631 Plätzen rein rechnerisch zum 31. Dezember gedeckt werden, sollten die Prognosen zur Entwicklung der Flüchtlingszahlen so eintreten und sich bis dahin die politische Lage nicht ändern. Eine weitere Voraussetzung sei, dass die Parkschule und das einstige Hotel Am Nordturm rechtzeitig bezugsfertig sind. Um eine bedarfsgerechte und menschenwürdige Unterbringung zu gewährleisten, sei es aber erforderlich, in Kürze eine zusätzliche Gemeinschaftsunterkunft zu bauen.

(P.K.)