Kraftwerk in Voerde Kühlturm wird gesprengt – das sollte man wissen

Voerde · Die Zeit läuft ab für den Kühlturm des ehemaligen Steag-Kraftwerks in Voerde-Möllen. Am 3. Dezember (1. Advent) wird er zu Fall gebracht. Damit verschwindet eine markante Landmarke am Niederrhein. Alles Wissenswerte zu Sperrzonen, Warnsignalen und mehr.

 Mit dem Kühlturm wird eine Landmarke verschwinden.

Mit dem Kühlturm wird eine Landmarke verschwinden.

Foto: RWE

Noch ragt er in den Himmel, der 165 Meter hohe Kühlturm des stillgelegten Steinkohlekraftwerks in Voerde. Doch nicht mehr lange: Am Sonntag, 3. Dezember (1. Advent) wird er gesprengt. RWE schafft damit Platz für neue Anlagen, in denen in industriellem Umfang grüner Wasserstoff erzeugt werden kann. Das zumindest ist die Perspektive des Kraftwerk-Areals, das früher der Steag gehörte. Bereits seit 9 Uhr darf sich niemand mehr in dem Bereich aufhalten.

Die Sprengung wird die Thüringer Spreng GmbH verantworten – eine Spezialfirma mit 30 Jahren Erfahrung und mehr als 3.200 erfolgreichen Sprengprojekten. In den vergangenen Tagen wurde Fallschlitze in den Naturzugkühlturm in Stahlbetonbauweise gefräst, die das Bauwerk strukturell schwächen und bei der Sprengung die Fallrichtung vorgeben.

Das runde, 165 Meter hohe und an seiner breitesten Stelle 120 Meter im Durchmesser (an seiner dünnsten immer noch 80 Meter) messende Bauwerk soll zunächst leicht kippen und dann kollabieren, also in sich zusammenfallen. In den verbleibenden Tagen bis zum Sprengtermin werden laut RWE-Sprecher Olav Winter die Sprengladungen in die dafür vorgesehenen Löcher eingebracht.

Das Ereignis dürfte etliche Schaulustige auf den Plan rufen. Doch was sollte man beachten? Hier das Wichtigste im Überblick:

Abstand halten

Die rote Linie markiert die Sperrzone um das Kraftwerksgelände.

Die rote Linie markiert die Sperrzone um das Kraftwerksgelände.

Foto: Stadt Voerde

Das Kraftwerk ist weithin zu sehen. Doch man darf nicht zu nah heran. Am Sonntag (3. Dezember) wird ab 9 Uhr um das Kraftwerksgelände eine Sperrzone eingerichtet. Diese besteht voraussichtlich bis 13 Uhr.

Straßensperrungen beachten

Der Straßenverkehr im Umfeld des Kraftwerksgeländes wird am Tag der Sprengung stark eingeschränkt. So werden Teile der Frankfurter Straße und der Rahmstraße sowie die Straßen „Am Bahndamm“ und „Auf der Horst“ zwischen 9 und voraussichtlich 13 Uhr für den Verkehr gesperrt.

Fenster schließen

Anwohnern wird nahegelegt, ihre Fenster zum Schutz vor der zu erwartenden Staubentwicklung geschlossen zu halten, Klimaanlagen abzustellen und die Rollläden herunterzulassen. Haustiere sollten zur Sprengzeit in der Sperrzone nach Möglichkeit nicht frei umherlaufen. Durch den Einsatz von Wasserwerfern und Hydroschilden soll die Staubentwicklung verringert werden.

Sperrzone verlassen

Alle Personen müssen um 9 Uhr die Sperrzone bereits verlassen haben. Auch der Aufenthalt im Inneren der Wohngebäude ist nicht gestattet. Für die Anwohner innerhalb der Sperrzone stellt die Stadt Voerde ein Ausweichquartier zur Verfügung. Die Einhaltung der Sperrung wird von Mitarbeitern des Ordnungsamtes, der Polizei, der Bundespolizei sowie des Sicherheitsdienstes der Rückbaufirma kontrolliert.

Signale beachten

Die Sprengung wird durch Sprengsignale angekündigt und beendet:

  • Ein langer Fanfarenstoß (circa 10.35 Uhr): Achtung! Nach diesem Signal darf sich keine Person mehr im Absperrbereich aufhalten.
  • Zwei kurze Fanfarenstöße (circa 10.45 Uhr): Achtung! Es wird gezündet!
  • Drei kurze Fanfarenstöße: Sprengung beendet. „Das kann bis zu 60 Minuten nach der Sprengung sein“, sagt RWE-Sprecher Olav Winter. Die Freigabe erteilt Sprengmeisterin Ulrike Matthes.

Der Sprengung unmittelbar vorausgehen wird ein Knall. Dabei handelt es sich um einen sogenannten „Vergrämungschuss“, wie RWE-Sprecher Olav Winter erläutert. Er soll verhindern, dass sonstige Lebewesen – zum Beispiel Vögel, die sich auf dem Kühlturm niedergelassen haben – zu Schaden kommen.

Bei der Sprengung fallen rund 25.000 Tonnen Bauschutt an. Dass dabei keine gesundheitsgefährdenden Stoffe freigesetzt werden, dessen ist man sich bei RWE sicher. „Die Bausubstanz des Kühlturms wurde im Vorfeld beprobt“, sagt Olav Winter. „Sie wurde als unbedenklich eingestuft.“

Parken verboten

Die Stadt Voerde rechnet mit Schaulustigen. Jedoch: Ausgewiesene Parkflächen wird es nicht geben. Im Gegenteil: Entlang der Friedrichstraße wird ein zusätzliches Halteverbot eingerichtet, um die durchgehende Verkehrsführung zu gewährleisten.

(fbl)
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