Voerde-Friedrichsfeld: Sportpark: Düsseldorf will Nein sagen

Voerde-Friedrichsfeld : Sportpark: Düsseldorf will Nein sagen

Bezirksregierung hält die Änderung des Flächennutzungsplanes für die neuen Sportanlagen in Friedrichsfeld für nicht genehmigungsfähig. Nicht nur der Vorsitzende von 08/29 ist sauer. Verwaltung erarbeitet jetzt eine Stellungnahme.

"Das haben wir so nicht erwartet, diese Mitteilung trifft uns überraschend", erklärte gestern Bürgermeister Dirk Haarmann. Für Aufregung im Rathaus sorgte eine Nachricht aus Düsseldorf. Die Bezirksregierung teilte der Stadt Voerde mit, dass sie beabsichtige, die Genehmigung der Änderung des Flächennutzungsplanes "Sportpark Friedrichsfeld" zu versagen. Doch diese Genehmigung ist Voraussetzung für den Bebauungsplan, der die Grundlage für die Baugenehmigung für das neue Sportareal auf dem Gelände des Babcock-waldes darstellt.

Ihre ablehnende Haltung begründet die Bezirksregierung im Wesentlichen damit, dass aus ihrer Sicht die von der Stadt Voerde vorgeschlagenen Kompensationsmaßnahmen für die Inanspruchnahme des Waldgeländes nicht ausreichend sind. Auch wird die teilweise nicht angemessene Abwägung durch die Kommune kritisiert. "Wir sind uns sicher gewesen, dass die Abwägung so in Ordnung ist, sonst hätten wir den Flächennutzungsplan nicht verabschiedet", erklärte Bürgermeister Dirk Haarmann gestern gegenüber der RP.

Die Verwaltung will nun im Rahmen einer Anhörung schriftlich zu den einzelnen Punkten Stellung beziehen und versuchen, die Bedenken der Düsseldorfer Behörde auszuräumen. Dazu hat sie bis zum 3. September Gelegenheit. An einer Stellungnahme werde derzeit gearbeitet, hieß es. Gestern informierte die Verwaltung die Fraktionen und auch die Sportvereinigung 08/29 Friedrichsfeld über die Mitteilung aus der Landeshauptstadt. Absehbar ist bereits, dass der geplante Baubeginn für den Sportpark im Herbst dieses Jahres nun nicht mehr eingehalten werden kann.

Verärgert über die Verzögerung zeigte sich gestern Jürgen Isselhorst, Vorsitzender von 08/29 Friedrichsfeld. "Jeder weitere Monat, der vergeht, kostet uns Mitglieder, die mit den bestehenden Verhältnissen auf der Anlage am Tannenbusch nicht zufrieden sind." Er sieht keine Alternative zum neuen Sportpark und hofft, dass die Verwaltung ihre Unterlagen für das Projekt nun zügig nachbessert.

"Das ist schon schlimm, wie man als Kommune von Düsseldorf eingeschränkt wird", schimpfte SPD-Fraktionschef Uwe Goemann. Die Verwaltung müsse in die Prüfung einsteigen und Vorschläge vorlegen, wie zu reagieren sei. "Notfalls müssen wir klagen", sagte Goemann. Auch sein christdemokratischer Amtskollege Georg Schneider will sich die Gängelung aus Düsseldorf nicht gefallen lassen. Alle Planungen seien in den vergangenen Jahren intensivst mit allen Beteiligten besprochen worden, auch die Bezirksregierung sei ständig informiert worden und mit im Boot gewesen. Eine Nichtgenehmigung wertete Schneider als Katastrophe.

Nicht überrascht von der Düsseldorfer Haltung zeigten sich hingegen Joachim Kinder (Die Linke) und Stefan Meiners (Grüne), die ihre Bedenken dadurch bestätigt sehen. Sie erinnerten daran, dass schon der Kreis Wesel ein "vernichtendes Urteil" zu den Sportpark-Plänen abgegeben habe. "Das Projekt stand immer auf wackligen Füßen", sagte Joachim Kinder. Meiners erwartet, dass die Verwaltung nun die Zeit nutzt, "um eine Lösung zu finden, die allen Beteiligten gerecht wird".

(RP)
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