Lokalsport: Xevi Berruezo verpasst die Krönung

Lokalsport : Xevi Berruezo verpasst die Krönung

Rollhockey Nach 0:2 sichert sich die RESG gegen Darmstadt noch einen Punkt.

Von Glückwünschen wollte Günther Szalek nichts wissen. "Eine Gratulation wäre fällig gewesen, wenn der Xevi das Ding kurz vor Schluss reinmacht", sagte der Trainer der RESG Walsum und bezog sich auf die Großchance, die der Spanier Xavier Berruezo bei seinem Debüt für den deutschen Rollhockey-Rekordmeister ausließ. Der eine Punkt, der beim 2:2 (0:0)-Remis gegen den RSC Darmstadt letztlich heraussprang, konnte Szalek nicht zufriedenstellen - auch wenn die Walsumer Spieler ihn angesichts seines dramatischen Erwerbs zu Recht bejubelten.

Eine Halbzeit lang war es ein ansehnliches, aber eben torloses Spiel gewesen. "Der Dosenöffner muss her", konstatierte der RESG-Coach zur Pause. Er hoffte angesichts eines Teamfoul-Zwischenstands von 8:6 zu Walsumer Gunsten, dass dies durch den beim zehnten Darmstädter Vergehen fälligen Direkten passieren würde. Doch es kam genau umgekehrt: Nach vier Strafen gegen die Gastgeber durfte sich Darmstadts Felix Bender die Kugel zurecht legen und überwand den bis dahin sehr stark haltenden Tobias Wahlen. Dass auf dem Weg dorthin manche sonderbare Regelauslegung den Hessen zu Hilfe kam - geschenkt. Sie hatten die sprichwörtliche Dose geöffnet und verwerteten schon ihre nächste Chance wenige Augenblicke später zum 2:0. Wieder war es Routinier Bender.

Schlechte Karten für die "Roten Teufel", die bis dahin einfach die notwendige Präzision hatten vermissen lassen. In der Schlussphase mussten sie zudem auf Kapitän Philipp Kluge verzichten, der mit einer Fußverletzung nur noch zuschauen konnte. Der überragende Nationalkeeper Philipp Leyer zwischen Darmstadts Pfosten machte fast alle Chancen zunichte - bis zur 44. Minute, als ein Schuss von Javier Jimenez doch noch zum 1:2 über die Linie trudelte und die letzten Kräfte bei den Walsumern freisetzte.

Anschließend überschlugen sich die Ereignisse. Erst gab's das zehnte Darmstädter Teamfoul, doch Felipe Sturla donnerte die Kugel an die Latte. Kurz darauf entschieden die Unparteiischen zum 15. Mal auf einen Walsumer Regelverstoß, was Felix Bender aber nicht nutzte: Tobias Wahlen hielt den Direkten. Xevi Berruezo hatte dann das 2:2 auf dem Schläger, verfehlte aber das leere Tor. Bei 100 noch zu spielenden Sekunden folgte der vermeintliche Walsumer K.o.: Pedro Queiros stoppte einen Gästekonter per Stockfoul und sah die Blaue Karte. Maximilian Becker setzte den folgenden Penalty jedoch an die Latte. Im Gegenangriff leisteten sich die Hessen ihr 15. Foul - Jimenez blieb aber gegen Leyer zweiter Sieger.

Die Schiedsrichter griffen aber noch mal zu Gunsten der Walsumer ein und erkannten auf Fußspiel eines Darmstädters vor dem eigenen Tor. Nicht unumstritten - allerdings hatten sie in der ersten Hälfte auf der Gegenseite wegen desselben Vergehens auch schon einen Penalty verhängt, den Wahlen gegen Max Hack parierte. Felipe Sturla übernahm 64 Sekunden vor Schluss die Verantwortung und brachte die Kugel hauchdünn unter Leyer hindurch im Kasten unter. Darmstadt wollte die Überzahl trotzdem noch mit viel Druck nutzen und lief in einen Konter, doch Berruezo kam nicht an Leyer vorbei und verpasste die Krönung.

(T.K.)
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