Lokalsport: Wiedersehen nur schön für Dennis Rankl

Lokalsport : Wiedersehen nur schön für Dennis Rankl

Fußball: Beim VfB Homberg gab der frühere Hiesfelder gestern sein Debüt. Er erzielte zwar kein Tor, doch seine Mannschaft bezwang einen defensiv schwachen TV Jahn mit 3:0 (0:0).

Zweieinhalb Jahre lang stürmte Danny Rankl für den TV Jahn Hiesfeld, in 78 Meisterschaftsspielen erzielte er zwischen Mitte 2013 und Ende 2015 insgesamt 45 Tore. Dann zog es den schnellen Angreifer zum KFC Uerdingen, ehe er vor der laufenden Saison zum SV Sonsbeck in die Fußball-Landesliga wechselte. Im Winter heuerte Rankl schließlich beim VfB Homberg an, konnte aber wegen eines Sehnenrisses bisher noch keine Partie für den Oberligisten absolvieren. Ausgerechnet gegen den TV Jahn gab er gestern seine Premiere bei den Linksrheinischen. Ein Treffer gelang ihm gegen die alten Bekannten zwar nicht, am Ende freute sich aber nach dem 3:0 (0:0)-Sieg seines VfB nur der 29-Jährige über das Wiedersehen.

Das Ergebnis allein sorgte schon für lange Gesichter im Hiesfelder Lager, die Art der Entstehung trieb Trainer Thomas Drotboom dabei zusätzlich die Zornesröte ins Gesicht: "Ich habe kein Problem damit zu verlieren", behauptete der 51-Jährige. "Aber wenn ich mich so benehme, wie wir in der zweiten Halbzeit, hat das nichts mit der Oberliga zu tun."

Stefan Janßen dagegen konnte sich freuen. Der Homberger Coach, einst für die Kicker des TV Jahn verantwortlich, hat in dieser Spielzeit beide Partien gegen seinen früheren Club gewonnen. Den Hiesfelder Code knackten seine Schützlinge wie im Hinspiel mit einfachen Mitteln - die lauerten auf Fehler des Gegners und kamen im blitzschnellen Umschaltspiel zum Erfolg. Erst mit einem 3:2-Sieg, diesmal sogar ohne Gegentreffer.

Nicht nur die fehlende Durchschlagskraft nach vorne, sondern vor allem die Defensivbilanz der jüngeren Vergangenheit muss den "Veilchen" dabei zu denken geben. In den letzten sechs Spielen kassierte Kevin Hillebrand viermal drei Tore - gegen Straelen, Speldorf, Vohwinkel und nun Homberg. Nach dem 0:3 durch Metin Kücükarslan (61.) platzte dem Schlussmann der Kragen: "Kindergartenfußball ist das, was ihr spielt", wütete er von hinten in Richtung seiner Mitspieler. "Wir stehen in der Abwehr nicht mehr so gut", nickte Thomas Drotboom, wollte aber nicht nur dieser Abteilung die Schuld an der Pleite geben. "Alle sollen mal über das Spiel nachdenken, am Dienstag reden wir darüber. Bis dahin haben sie jetzt eine Aufgabe."

Die Analyse gestaltet sich im Prinzip gar nicht schwierig. Der TV Jahn verteilte nämlich mit leichtsinnigen Patzern in der Vorwärtsbewegung fleißig Geschenke, nahm selbst aber keines an. Nach 24 Minuten bot sich die beste Gelegenheit dazu: Als ein Homberger Verteidiger beim Versuch, den Ball wegzuschlagen, im Strafraum Kevin Menke am Fuß traf, entschied Schiedsrichter Thomas Ulitzka selbst zur Überraschung mancher Hiesfelder Zuschauer auf Elfmeter. Damiano Schirru trat an, scheiterte jedoch mit seinem halbhoch ins linke Eck gesetzten Strafstoß an Torwart Philipp Gutkowski.

Wie das Spiel mit einer Führung des TV Jahn verlaufen wäre, bleibt Spekulation. Tatsache ist, dass nach einer einigermaßen ausgeglichenen Partie vor der Pause mit leichten Vorteilen für Homberg der Faden bei den Gästen innerhalb von zwei Minuten zu Beginn der zweiten Halbzeit riss: Erst traf der schnelle Julian Rybacki, den kein Hiesfelder in den Griff bekam, im dritten Nachschuss kurz vor dem Tor zum 1:0 (48.), wenig später bereitete der Schütze mit einem Pass auf Dennis Wibbe in die Mitte den zweiten Treffer vor (50.). Das 3:0 war das Aus.

Jahn: Hillebrand; Riebling (46. Wichert), Krystofiak, Alexiou, Kolberg, Klaß (59. Dalibor Gataric), Yolasan (65. Danijel Gataric), Schirru, Menke, Spors, Zwikirsch.

(-dom-)