Lokalsport: VfB Lohberg fühlt sich vom Schiedsrichter verpfiffen

Lokalsport : VfB Lohberg fühlt sich vom Schiedsrichter verpfiffen

Fußball: Der Bezirksligist verliert 1:2 gegen Mündelheim und kassiert drei Platzverweise und drei Elfmeter gegen sich.

Die Serie des Schreckens ist um eine Folge reicher. Auch das vierte Saisonspiel in der Fußball-Bezirksliga verlor der VfB Lohberg, mit 1:2 (0:0) gegen die TuS Mündelheim. Dieser deprimierenden Niederlage folgte ein aus Anklage und Schuldzuweisung bestehendes Nachspiel.

Gleich nach dem Abpfiff des Schiedsrichters Niklas Tietz wurde dieser von zwei Lohberger Ordnern umringt in die Kabine begleitet. Die Gemüter hatten sich stark erhitzt. So stark, dass sich der Unparteiische bedroht fühlte und die Polizei kontaktierte. Der Schiedsrichter habe sich "nicht sicher" gefühlt, sagte Lohbergs Trainer Thomas Grefen, der gleich nach dem Abpfiff mit dem Unparteiischen sprach. Ebenso wie Patrick Frosch, Grefens Assistent. Über das Geschehen auf dem Feld habe sich Tietz allerdings nicht geäußert, sagte Frosch: "Zu mir meinte er, das dürfe er nicht."

Referee Tietz wurde zur Streitperson. Mit einigen fragwürdigen und spielentscheidenden Entscheidungen. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagte Frosch. Grefen meinte: "Dass der Schiedsrichter das Spiel so kaputt macht und uns verpfeift, ist schon extrem. Da muss man auch mal fragen dürfen, ob dieser Mann Bezirksliga pfeifen sollte. Ob der schon einmal Fußball gespielt hat? Er hatte überhaupt kein Fingerspitzengefühl."

Drei VfB-Spieler verwies der Schiedsrichter des Platzes, allesamt mit Gelb-Rot. Marius Mikat (58.), Sebastian Englert (89.) und Orkan Güclü (90.) flogen wegen zweifachen Vergehens vom Platz. Zum völligen Unverständnis von Grefen. Frosch bemerkte: "Aus so einem fairen Spiel in der ersten Halbzeit wird ein so hitziges, das komplett aus dem Ruder läuft. Weil der Schiedsrichter das komplette Spiel zerpfeift." Tietz verteilte nämlich nicht nur drei Platzverweise, die zumindest zu hinterfragen wären, er sprach der TuS Mündelheim auch drei Elfmeter zu. Den ersten - Sebastian Englert wurde der Ball an die Hand gespielt - konnte VfB-Keeper Jan Czarnetzki noch entschärfen (59.). Nur wenige Sekunden später entschied Tietz allerdings wieder auf Strafstoß - nach einem von Moritz Emde sauber geführten Zweikampf. Mündelheims Gerrit Wrobel egalisierte die in der 48. Minute von Marc von Holst erzielte VfB-Führung. Den dritten Elfmeter verschuldete Orkan Güclü in der Nachspielzeit. TuS-Angreifer Björn Andreas Koths wurde von Lohbergs Abwehrspieler leicht weggestoßen, allerdings beileibe nicht strafstoßwürdig. Die nächste Fehlentscheidung.

Grefen: "Wir kriegen drei Elfmeter gegen uns und keiner war eindeutig. Wir wurden verschaukelt." Andreas Lammel, ebenfalls Mitglied des Trainerteams und Sportlicher Leiter beim VfB, sagte: "Für mich waren alle drei Elfmeter nicht berechtigt. Ich weiß nicht, ob sich der Schiedsrichter profilieren wollte. Aber so konnten wir dieses Spiel auf keinen Fall gewinnen."

Und das war möglich. In der ersten Halbzeit war wenig passiert, nach der Pause kam der VfB, wie auch Mündelheim, zu mehren Chancen. Für Lohberg traf von Holst den Pfosten (54.), Stanley Andrud die Latte (74.), Marek Heuser nur TuS-Keeper Andre Worm (63.). "Der Mannschaft", so Grefen, "kann ich keinen Vorwurf machen. Dass wir hier wieder mit leeren Händen stehen, ist unfassbar."

VfB Lohberg: Czarnetzki; Englert, Emde, Heuser (88. Twum-Barima), Orkan Güclü, Stelzer, von Holst (62. Aktas), Mikat, Kurz, Al-Farra (46. Orkay Güclü), Andrud.

(L.E.)
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