Lokalsport: VfB feuert Frosch - Sonntag übernimmt

Lokalsport : VfB feuert Frosch - Sonntag übernimmt

Fußball-Bezirksligist VfB Lohberg entlässt bereits den zweiten Trainer in dieser Saison. Patrick Frosch, der nur knapp drei Monate im Amt war, bezichtigt den Vorstand der Lüge. Siegfried Sonntag übernimmt den Job beim Schlusslicht.

Beim VfB Lohberg, Tabellenletzter der Fußball-Bezirksliga, geht es drunter und drüber. Am Mittwochabend wurden Coach Patrick Frosch und Co-Trainer Mike Grau entlassen. Trotz der bedrohlichen Tabellensituation habe sich dieser Rauswurf nicht angedeutet, sagt Frosch. Dem Vorstand wirft er "falsches Spiel" vor. Denn die VfB-Führung hatte nicht die sportliche Situation als Grund für die Trennung angeführt. Der stellvertretende Vorsitzende Klaus Schwan habe vielmehr erklärt, "die halbe Mannschaft" wolle nicht mehr von Frosch angeleitet werden.

Als ärgste Gegner des Trainers habe Schwan fünf Akteure genannt: Stanley Andrud, Mark von Holst, die Güclü-Brüder Orkay und Orkan sowie Justin Stelzer. "Das hat mich sehr gewundert", sagt Frosch, dem keine Beschwerden dieser Akteure bekannt waren. "Ich bin ein kommunikativer Mensch, man kann mit mir über Probleme reden, sich auch beschweren. Das hat keiner dieser Spieler gemacht."

Frosch sagt, die Aussagen des Vorstandes hätten die genannten Kicker bei einem Treffen der Mannschaft abgestritten. Sie wollten sich nicht verweigern, hätten die Güclü-Brüder, so Frosch, beteuert. Sie zweifelten vielmehr die Leistungsfähigkeit des Kaders an. Der sei nicht stark genug für die Liga. Die Spieler sendeten laut Frosch also ein anderes Signal. Er kommt deshalb zu folgenden Schluss: "Der Vorstand hat gelogen."

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Frosch war sich zwar bewusst, dass "drei Spieler mir nicht wohlgesonnen waren, aber deshalb entlässt man nicht einen Trainer." Einer seiner Gegner, so Frosch, war Hasan Dogan. Ein groteskes Schauspiel hatte sich in den letzten Wochen ereignet: "Vor der Partie gegen Hamborn 07 II hat Hasan Dogan mehrfach die Besprechung gestört. Daraufhin habe ich ihn aufgefordert, ruhig zu sein. Er sagte, ich solle ruhig sein", sagt Frosch. Schon drei Spieltage zuvor waren Kicker und Coach aneinandergeraten.

Am Sonntag habe Dogan dann in der zweiten Mannschaft aushelfen sollen. Der Spieler aber begleitete das erste Team nach Überruhr und sah sich die Partie als Zuschauer an. "Ich habe ihm gesagt, er braucht nicht in die Kabine zu kommen. Er gehöre nicht mehr zur Mannschaft. Daraufhin hat er mich wüst beleidigt. Deshalb wäre er unter meiner Leitung nicht mehr im VfB-Trikot aufgelaufen", so Frosch. Mit seinem Co-Trainer Mike Grau und Andreas Lammel, dem Sportlichen Leiter, sei alles in engster Absprache erfolgt.

Vom Vorstand ist Frosch "menschlich enttäuscht. Wegen der sportlichen Situation entlassen zu werden, hätte ich verstanden. So aber ist das alles sehr komisch." Mit Frosch flog bereits der zweite VfB-Coach in dieser Spielzeit. Ende August musste Thomas Grefen gehen. Sieben Punkte sammelte Frosch in elf Partien. "Die Ausbeute ist schlecht, das muss ich mir vorwerfen. Wir mussten aber auch gegen fast alle Spitzenteams spielen."

VfB-Vorsitzende Karina Wistuba verteidigt die Entscheidung: "Wir haben schon nach der Trennung von Thomas Grefen gesagt, dass wir es bis zur Winterpause mit Patrick Frosch ausprobieren", sagt sie. "Aber wir waren erfolglos und haben sehr große Unruhe in der Mannschaft". Bei dem Gespräch am Mittwoch habe Frosch nach der Entlassung erklärt, er wäre ohnehin zu dem Entschluss gekommen, von sich aus hinzuschmeißen, da der Vorstand ihm nicht den Rücken gestärkt habe. "Wir kennen die Mannschaft seit Jahren und ihn erst seit ein paar Monaten", so Wistuba, "und diese Unruhe geht gar nicht".

Der neue Coach steht bereits fest: Siegfried Sonntag. Der 62-Jährige leitete gestern erstmals das Training. "Wir erwarten, dass er wieder Ruhe reinbringt", sagt Wistuba. "Vor einem älteren Trainer haben die Spieler sicher mehr Respekt."

(RP)
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