Umfangreiche Sanierungsarbeiten auf Bezirkssportanlage

Fußball : Mitglieder des SuS 09 Dinslaken stimmen für zusätzliche Investition

Der Verein will Mehrkosten für ein zweites Kunstrasen-Großspielfeld und eine Überdachung der neuen Tribüne übernehmen.

Die ersten Vorbereitungsarbeiten zur Sanierung der Bezirkssportanlage Voerder Straße sind bereits sichtbar. Ende vergangenen Jahres ging es los mit der Entrümpelung und Rodung, um Platz zu schaffen für das, was kommt. Im Sommer soll Baubeginn sein für das runderneuerte „Wohnzimmer“ des SuS 09 Dinslaken. Der Verein will seinen Teil dazu beitragen. In einer Versammlung stimmten die Mitglieder für Investitionen in Maßnahmen, die die städtische Planung ergänzen.

Bisher war vorgesehen, dass anstelle des Aschenplatzes und der Trainingswiese ein Kunstrasen-Großspielfeld und ein um die Hälfte kleineres Jugendspielfeld angelegt werden. Die große Mehrheit der 66 Mitglieder in der Versammlung am Freitagabend sprach sich bei zwei Enthaltungen und einer Gegenstimme dafür aus, zwei Großspielfelder zu errichten. Die Mehrkosten betragen für den SuS knapp 156.000 Euro, ein Teil davon kann durch eine Rücklage in Höhe von 70.000 Euro finanziert werden.

Zwischen dem Stadion und den Kunstrasenplätzen plant die Stadt eine neue Sitzstufentribüne zu beiden Seiten. „Wir wünschen uns eine Überdachung“, sagte der stellvertretende SuS-Vorsitzende Achim Odenkirchen, „damit Zuschauer gegen Wind und Wetter geschützt sind“. Nach Berechnung der Stadt würde die Überdachung rund 346.000 Euro kosten, dem Vereinsvorstand liegt jedoch darüber hinaus ein Angebot vor, das mit rund 100.000 Euro deutlich günstiger ausfällt. Für diese Investition votierte die Mehrheit am Freitag bei acht Enthaltungen einstimmig. „Der Vorteil ist, dass wir das Dach erst nach Abschluss der städtischen Arbeiten umsetzen“, sagte Odenkirchen. So bliebe mehr Zeit, um die Finanzierung zu sichern. Vorerst müssten nur 20.000 Euro für das Fundament der Überdachung aufgebracht werden.

Zusammen mit den Kosten für das Großspielfeld stehen damit bis zum Baubeginn im Sommer rund 176.000 Euro auf der Rechnung für den SuS 09, nach Abzug der Rücklage bleiben 106.000 Euro offen. Die restlichen 80.000 Euro für das Tribünendach kämen frühestens ein Jahr später dazu. „Wir werden uns jetzt daran machen, das nötige Geld einzusammeln“, so Achim Odenkirchen. Möglichkeiten der Akquise ergäben sich etwa durch Felderverkauf und Sponsorentafel, Sponsorenläufe, Benefizspiel, Crowdfunding, Verkauf der Namensrechte für die Anlage, öffentliche Förderungen und Zuschüsse – oder im Bedarfsfall mit einer Umlage auf die Vereinsmitglieder, die für die Laufzeit eines Kredits mit einem Sonderbeitrag zur Kasse gebeten würden. Bei einer hundertprozentigen Finanzierung über zehn Jahre müsste nach Berechnung des Vorstands beispielsweise jedes Mitglied mit zusätzlich 3,33 Euro im Monat rechnen, bei einer Umlage allein auf Fußballer und Leichtathleten wären monatlich 4,75 Euro mehr fällig. „Eine Umlage müsste aber eine gesonderte Versammlung beschließen“, sagte Odenkirchen.

Der Zeitplan sieht als nächstes weitere vorbereitende Arbeiten vor, etwa den Bau eines zwei Meter hohen Zaunes rund um die Anlage und vermutlich im Mai oder Juni die Ertüchtigung der Rotbachbrücke, damit schwere Baugeräte an die Anlage gefahren werden können.

Ab Juli soll der Naturrasen saniert, Kunststofflaufbahn und -anlagen für Leichtathleten sowie Tribüne und Kunstrasenplätze gebaut werden. Ein Flutlicht gibt es auch künftig nicht im Stadion, es werden lediglich Strahler installiert, die etwa die Laufbahn beleuchten.

Die Bauarbeiten sollen etwa bis Mai 2020 andauern. Auf welche Plätze die Sportler in der Zeit ausweichen, steht laut Odenkirchen noch nicht fest: „Wir wünschen uns die Anlage des MTV Rheinwacht Dinslaken als Ausweichplatz, aber werden auch auf andere Anlagen ausweichen. Die Gespräche darüber laufen.“

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