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TV Jahn Hiesfeld zeigt im Abschluss weiter Schwächen

Fußball : TV Jahn Hiesfeld zeigt im Abschluss weiter große Schwächen

Der Oberligist kommt gegen den 1. FC Kleve nicht über ein 1:1 hinaus und bleibt in der Abstiegszone. Viele Chancen lässt er aus.

Es begann mit einer nett gemeinten Geste: Gerd Ott marschierte kurz vor dem Anpfiff mit einem Blumenstrauß und einem guten Tröpfchen für einen gemütlichen Abend auf den Rasen des Hiesfelder Stadions. Verteidiger Dennis Wichert sollte eine Auszeichnung für sein 100. Spiel im Trikot des TV Jahn bekommen, da ließ sich der Fußball-Abteilungsleiter nicht lumpen. Ob Wichert die geschenkte Flasche schon kurz nach dem Oberliga-Spiel gegen den 1. FC Kleve köpfte, ist nicht überliefert. Das Spielfeld verließ der Jubilar jedenfalls angesichts des 1:1 (1:1) alles andere als in Feierstimmung.

Die langen Gesichter der Protagonisten drückten gleichzeitig die weiterhin prekäre Lage als Drittletzter und die Unzufriedenheit über das eigene Spiel aus. Wieder einmal ließen die „Veilchen“ beste Chancen liegen.

In der ersten Halbzeit traf Stefan Jagalski die Latte (22.), aber vor allem Pascal Spors hatte der Torinstinkt verlassen. Kurz vor der Pause köpfte er zu lasch, um Torwart Andre Barth zu bezwingen (45.), wenige Minuten nach Wiederbeginn brachte er das Kunststück fertig, aus knapp fünf Metern den Ball volley übers Tor zu dreschen, und in der Nachspielzeit vergab der offensive Außenverteidiger die Gelegenheit zum Siegtreffer, als er allein Richtung Klever Tor stürmte, aber neben den linken Pfosten zielte. Es war zum Verzweifeln. „So kommen wir da unten nicht raus“, sagte Teamchef Thomas Drotboom. Selbst die frühe Führung durch Damiano Schirrus Freistoß nach einem Foul an Nicolai Pakowski etwa 18 Meter vor dem Tor (11.) und eine ganze Halbzeit in Überzahl verhalfen seiner Mannschaft nicht dazu, die nötige Sicherheit und Souveränität ins Spiel zu bekommen. Stattdessen ließ sie die Klever in die Partie kommen, die immer wieder Nadelstiche setzten. Jahn-Torwart Alexander Gbür verhinderte nach zwanzig Minuten noch die Ausgleichschance durch Michel Wesendonk und parierte auch den Nachschuss.

Teamchef Thomas Drotboom (links) und Trainer Markus Kay verzweifelten auf der Bank. Foto: FUNKE Foto Services/Jochen Emde

In der 37. Minute verfehlte Levon Kürkciyan das Hiesfelder Tor nur knapp. Doch als Schiedsrichter Thomas Ulitzka nach Gbürs Einsatz gegen Kürkciyan auf Elfmeter entschied (41.), ließ sich Nedzad Dragovic die Chance zum Ausgleich nicht entgehen. Ulitzka brachte sich danach noch zweimal mit seinen Entscheidungen ins Gespräch. Zum Ende der ersten Hälfte schickte er den Klever Abdullo Saidov wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz, eine noch vertretbare Sichtweise des Unparteiischen. Was er sich aber nach 64 Minuten dachte, als Gino Mastrolonardo mit Kleves Keeper Barth zusammenstieß, bleibt wohl sein Geheimnis. Ulitzka pfiff zur Überraschung der Zuschauer beider Lager und zum Verdruss der Gäste Elfmeter. Nicht die einzige Situation, in der der Schiedsrichter Kopfschütteln auf den spärlich gefüllten Rängen provozierte. Immerhin korrigierte er sich nach einem Hinweis seiner Assistentin Jennifer Groß Weege an der Linie und gab Freistoß für Kleve. Drotboom wäre auch das Elfmeter-Geschenk recht gewesen, wenn sein Team drei Punkte verbucht hätte. Neben der Enttäuschung über das 1:1 und der Ladehemmung der Stürmer dürfte den Teammanager aber vor allem der wachsende Unmut innerhalb des Teams beschäftigen.

TV Jahn Hiesfeld: Gbür – Wichert, Alexiou, Mastrolonardo (69. Gataric), Krystofiak, Menke (82. Husmann), Pakowski, Corvers, Spors, Schirru, Jagalski (46. Sakho).