TV Jahn Hiesfeld und Union Nettetal trennen sich 1:1 in Oberliga

Fußball : TV Jahn Hiesfeld kassiert ärgerlichen Ausgleich kurz vor Schluss

Der Oberligist muss sich im Heimspiel gegen Union Nettetal mit einem 1:1 begnügen. Die Mannschaft kassiert den Gegentreffer in der 85. Minute.

Die Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ gehört zu den Klassikern der Filmgeschichte. Sie handelt von einem chronisch schlecht gelaunten Wetteransager, der in einer Zeitschleife landet und immer wieder den selben Tag erlebt. Ähnlich muss sich Thomas Drotboom vorkommen, nur dass dessen Erlebnisse beim Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld oft überhaupt nicht lustig sind.

Woche für Woche sieht der Teamchef bei seiner Mannschaft, wie sie versucht, sich aus dem Abstiegsstrudel freizuspielen, wie sie Gelegenheiten herausspielt und Chancenwucher betreibt. Auch gegen Union Nettetal wiederholte sich der Spielfilm der „Veilchen“. Vor allem in der zweiten Halbzeit erspielte sich der TV Jahn genügend Chancen, um im zehnten Heimspiel der Saison den dritten Sieg einzufahren. Bis fünf Minuten vor Schluss führte Hiesfeld, ging aber mit einem 1:1 (0:0) vom Feld.

„Was soll ich sagen?“, seufzte Drotboom. „Wir sind die bessere Mannschaft, machen den Deckel nicht drauf und kassieren dann noch so ein Ding.“ Vergeblich war die Steigerung nach einer schwachen ersten Halbzeit. Die Elf steht nach 16 Spieltagen auf dem vorletzten Platz. Einziger halbwegs positiver Aspekt: Der Abstand zum VfB Speldorf auf dem rettenden Rang 14 beträgt lediglich drei Punkte. Doch wem nützt das, wenn die notwendigen Zähler zum Sprung nach oben regelmäßig leichtfertig verschenkt werden? Die Unsicherheit und Furcht, wieder einmal das Ziel, den erhofften Heimsieg zu verpassen, war lange im Hiesfelder Auftritt förmlich greifbar. Geordnete Spielzüge bildeten die Ausnahme, meist wurde der Ball hektisch nach vorne geschlagen. Nettetal machte auch keine Anstalten, viel zu einer ansprechenden Oberliga-Partie beitragen zu wollen, und so bestimmte überwiegend der Zufall das Geschehen. Trotzdem hätten in den ersten 45 Minuten hüben wie drüben zwei Tore fallen können, doch Pascal Spors traf nach einer halben Stunde den Pfosten und neun Minuten später streifte das Spielgerät im Anschluss an einen Kopfball nur die Latte des Union-Tores. Die Gäste, mit vorher 20 Treffen in der laufenden Saison nur einmal öfter erfolgreich als die „Veilchen“, entpuppten sich jedoch ebenfalls weiterhin nicht als die Erfinder des Toreschießens, so dass beide Teams schließlich mit einem auch in der Höhe verdienten 0:0 in die Kabine gingen.

Dort appellierte Thomas Drotboom an seine Schützlinge, weniger auf „Langholz“ und mehr auf Kombinationen zu setzen. Die Worte fruchteten nach 56 Minuten, als Damiano Schirru stark zu Dalibor Gataric durchsteckte, der sich frei die Ecke zum 1:0 aussuchen konnte. Dass es der einzige Hiesfelder Grund zum Jubeln blieb, lag an der erneut unfassbaren Abschlussschwäche. Kevin Menke, der trotz seines Arbeitsunfalls die Zähne zusammenbiss, hatte nach 50 Minuten den besser postierten Gataric ignoriert und scheiterte nach Schirrus Pass (64.) ebenso an Gästekeeper Robin Krahnen wie Pascal Spors mit einem Flugkopfball (80.). Auch Kevin Corvers vergab in der Endphase. Die Quittung kam spät, aber war gesalzen: Erst fischte Alexander Gbür einen Schuss von Niklas Thobrock gerade noch zur Ecke, wenige Sekunden darauf bedankte sich Frederik Verlinden für die Schläfrigkeit in der Jahn-Abwehr mit dem Ausgleich (85.). Drotboom fühlte sich wie in einem schlechten Film: „Natürlich tut es mir leid für die Jungs. Aber irgendwann tut’s mir auch für mich leid.“

TV Jahn Hiesfeld: Gbür – Demler, Corvers, Alexiou, Kudu, Krystofiak, Sakho, Dalibor Gataric, Schirru, Spors, Menke (75. Goris).

(-dom-)
Mehr von RP ONLINE