TV Jahn Hiesfeld kommt nicht von der Stelle

Fußball : TV Jahn Hiesfeld kommt nicht von der Stelle

Der Oberligist trennt sich vom VfB Speldorf mit 0:0. Damit bleibt die Mannschaft zwar im dritten Pflichtspiel in Serie ungeschlagen, kaufen kann sie sich davon aber nichts. Das Team verharrt weiter im Tabellenkeller.

Dalibor Gataric und sein Bruder Danijel hatten sich in eine Ecke hinter dem Vereinsheim des VfB Speldorf verzogen. Das Spiel auf dem Kunstrasen war gerade torlos zu Ende gegangen. Die Zwillinge suchten sich einen Platz für die Zigarette danach, als Thomas Drotboom dazustieß: „Gib mir auch mal eine.“ So ganz wusste der Teamchef des Fußball-Oberligisten TV Jahn Hiesfeld nicht, ob das Unentschieden ein Punktgewinn oder doch ein verschenkter Sieg war. Drotboom zog an seinem Glimmstängel und philosophierte: „Wenn wir vor einer Woche gewonnen und heute den Punkt geholt hätten, wäre alles in Ordnung.“

Haben sie aber nicht, die „Veilchen“. Und deshalb bleiben sie nach dem 1:1 der Vorwoche gegen den FSV Duisburg und dem Sieg im Pokal beim MSV Düsseldorf zwar im dritten Pflichtspiel nacheinander ohne Niederlage, kommen aber nicht wirklich voran. Die Tabelle weist Hiesfeld als Viertletzten und damit weiter auf einem Platz aus, der am Saisonende den Abstieg bedeutet.

Den Mülheimern, vor dem Anpfiff gar noch zwei Ränge hinter dem TV Jahn, geht es da nicht besser, und so verwunderte es keinen der offiziell 230 Zuschauer, dass hüben wie drüben Sicherheit zunächst oberste Priorität genoss. Bei der Drotboom-Elf fehlten die verletzten Philipp Goris und Nikolai Pakowski sowie Abdoulaye Sakho, der zu spät zur Platzanlage gekommen war. Für sie rückten Kevin Corvers, Stefan Jagalski und Dalibor Gataric in die Startformation, die im 4-4-2-System agierte und in der Vorwärtsbewegung anfangs mehr Akzente setzte. Gefährlich wurde es aber erst Mitte der ersten Halbzeit – und dann vor dem Gästetor. Nach 18 Minuten parierte Alexander Gbür einen Schuss von Patrick Dutschke aus gut zwanzig Metern, in der 36. Minute klärte Dennis Wichert den Ball kurz vor der Linie, als Andre Trienenjost aus kurzer Distanz sein Glück versucht hatte. Fast im Gegenzug wäre beinahe die Hiesfelder Führung fällig gewesen, doch Stefan Jagalski traf freistehend nur den linken Pfosten. „Den muss er machen“, seufzte Drotboom. „In solchen Situationen fehlt auch das Glück“. Glück allein entscheidet jedoch keine Partie. Insgesamt erwies sich die Jahn-Offensive wieder als zu harmlos. Symptomatisch, dass die letzte Gelegenheit vor der Pause von einem Mittelfeldspieler ausging – Kevin Krystofiak brachte mit dem Kopf zu wenig Druck auf den Ball, VfB-Torwart Kai Gröger fischte die Kugel aus dem kurzen Eck (42.).Zuversichtlich stimmt immerhin, dass die Hintermannschaft größtenteils dicht hielt, Alexander Gbür seinen Kasten sauber hielt – und wenn er mal machtlos war, sprangen seine Kollegen ein. So wie in der 89. Minute Pascal Spors, der den Sieg des VfB verhinderte. Hiesfelds Außenverteidiger hatte jedoch fünf Minuten zuvor seine Chance verpasst.

TV Jahn: Gbür – Wichert, Corvers, Alexiou, Spors, Dalibor Gataric (58. Alkebulan), Krystofiak, Mastrolonardo, Jagalski, Schirru (85. Husmann), Menke.

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