Lokalsport: Tore wie am Fließband

Lokalsport : Tore wie am Fließband

A-Kreisligist TV Voerde kassierte vor gut 2500 Zuschauern eine 0:14-Niederlage gegen die Zebras.

Eine gute halbe Stunde vor dem Anpfiff musste Torsten Klump nicht mehr viel sagen. Der Trainer des TV Voerde stand auf der Terrasse des Vereinshauses, über die Treppe marschierten gerade die Fußball-Profis des MSV Duisburg auf den Rasen, dahinter kamen Klumps Schützlinge aus der Kabine in Richtung Spielfeld. Der Coach klatschte jeden seiner Kicker ab und gab ihnen nur noch vier Worte mit auf den Weg: "Viel Spaß, genießt es!" Ein Freundschaftsspiel gegen einen Zweitligisten erleben sie in Voerde nicht alle Tage, der Aufgalopp der "Zebras" war ein willkommener Ausflug aus dem Kreisliga-Alltag. Dass sich das Vergnügen beim Resultat eher in Grenzen halten würde, spielte von vornherein eine Nebenrolle: Den 14:0 (5:0)-Sieg der Duisburger Berufskicker nahm im Lager des TV Voerde hinterher niemand wirklich krumm.

Foto: Heiko Kempken

Die Anlage füllte sich am Samstagnachmittag stetig, 2026 zahlende Zuschauer zählten die Organisatoren am Ende, dazu kamen die Kinder und Jugendlichen bis 16 Jahre, die freien Eintritt hatten und die stattliche Kulisse noch einmal um gut 500 Besucher aufstockten. "Ich bin zufrieden", freute sich Abteilungsleiter Norbert Litschko, "die wochenlange Vorbereitung auf den Tag hat sich gelohnt".

Riesenkulisse an der Rönskenstraße. Zweitligist MSV Duisburg zieht eben am Niederrhein, besonders nach dem Wiederaufstieg in die zweite Liga. Foto: Heiko Kempken

Auf dem Platz legte der Zweitligist gegenüber dem sportlich hoffnungslos unterlegenen Gegner erwartungsgemäß den Turbo ein. Da mochte Torsten Klump seinem Team nach Kräften von der Seitenlinie lautstarke Unterstützung anbieten, schon in der Anfangsphase seufzte der Trainer angesichts der vielbeschäftigten Abwehr: "Nach einer Minute brennt die Hütte." Torwart Jan Czarnetzki bekam in der ersten Halbzeit reichlich Gelegenheit, sich mit starken Paraden auszuzeichnen, und hielt seinen Kasten sogar eine Viertelstunde lang sauber, konnte den 0:5-Pausenrückstand aber nicht verhindern. Alleine Stanislav Iljutcenko sorgte für die Meidericher mit einem Hattrick zwischen der 15. und 29. Minute früh für klare Verhältnisse, Kevin Wolze (41.) und Ahmet Engin (42.) trafen ebenso. Klump und seine Mannschaft nahmen es locker, lediglich mit einer Szene wollte sich der Coach nicht anfreunden: Kurz vor dem 0:2 war Voerdes Andre Kühnen im Duisburger Strafraum zu Fall gekommen, der Unparteiische Tim Grevelhörster ließ aber weiterspielen. "Schade, dass der Schiedsrichter da nicht mal gesagt hat, ich gebe euch einen Elfmeter", ärgerte sich Klump.

Sowohl die Gastgeber als auch die Gäste, die ohne ihren privat verhinderten Trainer Gino Lettieri angereist waren, wechselten munter durch, auf beiden Seiten standen inklusive der Neuzugänge jeweils 22 Spieler auf dem Spielberichtsbogen. Dass die "Zebras" dabei noch einmal ordentlich Qualität nachlegen konnten, schlug sich im Ergebnis nieder. Schon in den ersten sechs Minuten nach dem Seitenwechsel legten sie drei Tore nach, in der 59. Minute hatte sich für die Voerder auch der Wunsch erledigt, nicht zweistellig zu verlieren. Pech für den TVV, dass Kris Neukäter beim zehnten Gegentor unglücklich mithalf.

Am Ende hatten Jan Czarnetzki und Kevin Fischer den Ball insgesamt 14mal aus dem Netz gefischt, Torsten Klump fand es "ein bisschen zu hoch" und hätte seinem Team wenigstens einen Ehrentreffer gewünscht: "Sie haben alles versucht."

(RP)
Mehr von RP ONLINE