Lokalsport: Thomas Grefen wird wieder Coach des VfB Lohberg

Lokalsport : Thomas Grefen wird wieder Coach des VfB Lohberg

Fußball: Der 48-Jährige übernimmt den Bezirksligisten. Erst im August 2017 war er als VfB-Trainer entlassen worden.

Ende August 2017, nach vier Niederlagen zum Auftakt der gerade angelaufenen Saison in der Fußball-Bezirksliga, trauten die Verantwortlichen ihrem langjährigen Übungsleiter nicht mehr zu, den Karren aus dem Dreck zu ziehen und den Verein vor dem Abstieg zu bewahren.

Neun Monate später soll eben jener Fußballtrainer an gleicher Stelle eine ungleich schwierigere Herausforderung meistern. Thomas Grefen ist zurück beim VfB Lohberg und muss den Traditionsclub nach dem bitteren Gang in die A-Liga, den auch seine beiden Nachfolger letztlich nicht verhindern konnten, vor dem Sturz in die völlige Bedeutungslosigkeit bewahren.

Eine Mammutaufgabe, denn nachdem zuletzt zahlreiche Akteure ihren Abschied ankündigten, ist Grefen vorerst ein Trainer ohne Mannschaft. "Es ist eigentlich schon fünf nach zwölf", sagt der 48-Jährige, betont dabei aber auch, bereits "mehrere gute Gespräche" geführt zu haben. "Einige Spieler haben signalisiert, dass sie doch bleiben wollen, wenn ich zurückkomme. Alle werde ich aber sicher nicht überzeugen können", sagt Grefen. "Thomas Grefen war unser Wunschkandidat", sagt die Vereinsvorsitzende Karina Wistuba, schließlich sei man im vergangenen Jahr nicht im Bösen auseinandergegangen. Der Coach kenne die Kreisliga A und habe langjährige Erfahrung vorzuweisen. Der frühere Oberliga-Keeper, der von 2010 bis zu seinem Rauswurf im Sommer 2017 das sportliche Sagen bei den "Knappen" hatte, musste auch nicht lange überlegen. Obwohl ihm der Ärger über die aus seiner Sicht völlig unberechtigte Entlassung immer noch anzumerken ist.

"Ich bin mir sicher, dass wir die Bezirksliga gehalten hätten. Wir haben tollen Fußball gespielt und hatten einen breiten Kader. Natürlich musste sich die Mannschaft mit vielen jungen Spielern noch etwas finden, aber wir waren auf einem guten Weg", sagt Grefen. Warum er nun trotzdem so schnell in die Dorotheen-Kampfbahn zurückkehrt? "Der VfB ist für mich einfach eine Herzensangelegenheit. Es geht jetzt auch überhaupt nicht um Einzelpersonen, sondern nur um den Verein. Wir müssen schnell zusehen, dass wir Ruhe hinein bekommen und in der kommenden Spielzeit eine schlagfertige Mannschaft stellen können", sagt der Rückkehrer, der mit Dirk Scholz auch einen alten Bekannten für die Position des Co-Trainers mitbringt. Scholz war von Ende 2014 bis Sommer 2016 schon Grefens Assistent in Lohberg.

Auf beide wartet nun viel Arbeit. Vor allem Grefen wird reichlich Gespräche mit den Akteuren des bisherigen Kaders sowie mit potenziellen Neuzugängen führen. Dabei dürfte es besonders schwer werden, noch neue Spieler nach Lohberg zu locken, denn so gut wie alle anderen Vereine haben ihre Personalplanungen längst abgeschlossen.

Thomas Grefen ist trotz der schwierigen Lage dennoch bemüht, Optimismus zu versprühen, und glaubt sowieso, ohne dabei überheblich wirken zu wollen, der richtige Mann für die diffizile Aufgabe zu sein. "Ich kenne die vorhandenen und nicht vorhandenen Strukturen beim VfB. Ein ganz neuer Mann wäre da vermutlich völlig aufgeschmissen", sagt er.

Der Abstieg wurde mit der Derbyniederlage (2:4) gegen RWS Lohberg aber endgültig besiegelt. Am Sonntag um 15 Uhr sitzen beim vorerst letzten Bezirksliga-Spiel des VfB in Bergeborbeck noch einmal Siegfried Sonntag und Co-Trainer Carsten Schmidt auf der Bank der "Knappen". Beim gestrigen Abschlusstraining mit anschließendem Grillen schwor Sonntag die Spieler noch einmal auf die Aufgabe ein. "Wir wollen uns vernünftig verabschieden und dort etwas holen", sagt der scheidende Coach.

Trotzt der VfB Lohberg dem gastgebenden TuS 84/10 tatsächlich mindestens einen Zähler ab, könnte das auch der eigenen Reservemannschaft noch etwas helfen.

Der Lohberger Zweitvertretung droht nämlich tatsächlich in der Kreisliga B noch eine Abstiegsrelegation, wenn aus der Bezirksliga-Gruppe 3 gleich vier Mannschaften aus dem Kreis 9 absteigen. Sorgt der VfB jedoch mit einem guten Ergebnis dafür, dass Bergeborbeck nicht mehr klettern kann, hat sich zumindest diese Sorge für den Verein erledigt.

(tik)
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