1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken
  4. Sport

Lokalsport: Thomas Giesen bleibt ein Garant für Tore

Lokalsport : Thomas Giesen bleibt ein Garant für Tore

Der Topstürmer des Fußball-Bezirksligisten SV 08/29 Friedrichsfeld möchte noch mal einen Aufstieg feiern. Favoriten sind aber andere.

Juni 2007: Der Jubel über den Aufstieg in die Fußball-Landesliga ist beim SuS 09 Dinslaken gerade erst verklungen. Trainer Jens Grote macht Urlaub in der Karibik, da platzt die Bombe an der Voerder Straße. Der 20 Jahre alte Angreifer, der den Verein mit 32 Toren fast im Alleingang zur Meisterschaft geschossen hat, entscheidet sich dafür, lieber weiter in der Bezirksliga zu kicken und zu seinem Heimatverein zurückzukehren. Mehr als neun Jahre später trägt Thomas Giesen immer noch das Trikot der SV 08/29. Einen Aufstieg hat die Nummer elf seitdem nicht mehr erlebt. Als bester Torjäger der Saison hat sich der Vollblutstürmer aber auch in der vergangenen Spielzeit ausgezeichnet. 28 Saisontreffer standen am Ende für ihn zu Buche.

Dass es trotz seiner Tore und einem anfangs doch recht vielversprechenden Kader zum wiederholten Mal nicht zum Titel reichte, schließlich sogar nur ein recht enttäuschender sechster Platz stand, hat der Angreifer, der sich eigentlich im Mittelfeld am wohlsten fühlt, längst verdaut. Der Blick geht wieder nach vorne. Der Aufstieg scheint angesichts der starken Konkurrenz in der in einem knappen Monat beginnenden Saison diesmal allerdings kein Thema zu sein. "Leichter wird es auf jeden Fall nicht. Aber vielleicht ist es gar nicht so verkehrt, dass uns nicht so viele auf der Rechnung haben", sagt Giesen, für den Hamborn 07, Genc Osman Duisburg und Adler Osterfeld die Topfavoriten sind. "Dahinter können wir uns vielleicht einordnen. Ein Platz unter den ersten Fünf muss drin sein", findet der Torjäger. Trotz der "Hammergruppe", in die es die Friedrichsfelder nun verschlagen hat, und dem kurzfristigen Abgang von Daniel Hinnemann (SV Spellen) gibt es durchaus auch Dinge, die Hoffnung machen. "Wir sind eingespielt, haben im Endeffekt fast denselben Kader wie in der letzten Saison. Bei unseren jungen Leuten ist das Potenzial auf jeden Fall reichlich vorhanden. Wir müssen einfach nur mehr Konstanz reinbekommen", fordert Giesen.

Der 29-Jährige würde gerne wieder viele Tore schießen, hätte auch nichts dagegen, wenn am Ende "auch mal wieder die Drei vorne steht. Aber wenn mir die anderen Jungs ein paar Treffer abnehmen und wir am Ende aufsteigen, wäre das natürlich viel besser." Dass gerade die eigenen Leistungen stark von der Fitness abhängen, weiß der Disponent einer Duisburger Speditionsfirma dabei genau. Im Sommer 2015 brachte sich Giesen schon vor Beginn der Vorbereitung in Form, das Resultat waren starke Leistungen in der Hinrunde. Nachdem sich der Friedrichsfelder im letzten Saisonspiel in Königshardt einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zugezogen hatte, musste er zuletzt aber noch pausieren. Bis zum Saisonstart will Giesen deshalb noch härter arbeiten: "Ich habe keinen Urlaub gebucht und werde versuchen, jede Trainingseinheit mitzumachen." Seit einer knappen Woche bittet Trainer Dirk Lotz die Friedrichsfelder Bezirksliga-Kicker fast täglich auf den Rasen. Noch müssen sich die "Vereinigten" mit der maroden Anlage und dem Rasen an der Heidestraße begnügen. 2018 soll endlich der sanierte Sportpark am Tannenbusch zur Verfügung stehen. Die Vorfreude ist groß, auch bei Giesen, der dann garantiert immer noch für Grün-Gelb kicken wird: "Es gab sicher noch einmal Momente, in denen ich darüber nachgedacht habe, eine neue Herausforderung zu suchen, aber hier im Verein habe ich alle meine Freunde und zum Platz brauche ich von zu Hause fünf Minuten", sagt der Stürmer.

Es sollte doch sehr verwundern, wenn Thomas Giesen seine Fußballschuhe nicht irgendwann in Friedrichsfeld an den Nagel hängen wird. Vielleicht kann er ja vorher auch noch einmal einen Aufstieg feiern.

(RP)