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Lokalsport: Tennisfusion in Lohberg angeregt

Lokalsport : Tennisfusion in Lohberg angeregt

Nach einem Gespräch mit Bürgermeister Michael Heidinger könnten sich der VfB und die SGP in Oberlohberg zusammenschließen. Besonders die "Dörfler" verlieren immer mehr Mitglieder. Investition in die Infrastruktur nötig.

Die Einladung zum Gesprächstermin beim Dinslakener Bürgermeister kam für Marc Ochodlo ziemlich überraschend. Was denn Stadtoberhaupt Michael Heidinger von den Tennisspielern des VfB Lohberg wollen könne, rätselte der Abteilungsleiter der "Knappen". Im Rathaus kam Heidinger dann schnell zur Sache. Ob sich die Lohberger einen Zusammenschluss mit ihren Tennis-Nachbarn der SGP Oberlohberg samt Umzug auf deren Anlage an der Gärtnerstraße vorstellen könnten, wollte Heidinger wissen. Tags zuvor hatte der Bürgermeister bereits eine mögliche Bereitschaft bei den "Dörflern" abgefragt. Die ersten Reaktionen der Verantwortlichen beider Vereine fielen durchaus positiv aus. Nun sollen die Mitglieder im Oktober auf außerordentlichen Versammlungen entscheiden.

Hintergrund der städtischen Initiative: Im Zuge der Sanierung und Umgestaltung der Lohberger Bezirkssportanlage ist auch die Errichtung einer Dreifachsporthalle geplant. Ob sich der Bau allerdings auf dem dafür anvisierten Rotgrandplatz, den aktuell noch RWS Lohberg am Fischerbusch bespielt, verwirklichen lässt, gilt als fraglich. Würde die VfB-Tennisabteilung hingegen weichen, gäbe es für die Halle einen Alternativstandort auf der anderen Straßenseite. "Mittlerweile sieht es aber wieder so aus, als würde man es doch in irgendeiner Weise hinkriegen, die Halle auf dem Rotgrandplatz zu bauen", sagt Stadtsprecher Thomas Pieperhoff.

Ob die Tennisanlage mit ihren vier Plätzen und dem in die Jahre gekommenen Funktionsgebäude zur möglichen Alternative wird, hängt nun vom Votum der Mitglieder beider Clubs ab. Für den Oberlohberger Abteilungsleiter Heinz Piechula ist der städtische Vorschlag fast schon ein Rettungsanker. "Wer bei uns nicht für einen Zusammenschluss stimmt, unterschreibt quasi das Todesurteil", sagt Piechula. 250 Mitglieder spielten einst bei der SGP Tennis, mittlerweile sind es nur noch 55, die meisten davon älteren Semesters. "Es kommt auch nichts mehr nach", seufzt der Abteilungsleiter.

Eine Fusion mit dem Nachbarn würde die größte Not lindern. Und die Lohberger sind, obwohl sie noch deutlich besser dastehen, ganz offensichtlich auch nicht abgeneigt. "Wir könnten uns auch so halten", sagt Ochodlo, dessen Abteilung in den letzten zwei Jahren wieder auf über 100 Mitglieder angewachsen ist, "aber wir können uns auch vorstellen, nach Oberlohberg zu gehen, wenn die Voraussetzungen stimmen." Käme es tatsächlich zu einer Fusion an der Gärtnerstraße, müsste die Stadt dort auch in die Infrastruktur investieren. So existieren zum Beispiel an den SGP-Tenniscourts bislang noch gar keine Umkleidekabinen. Bisher müssen sich die Oberlohberger noch bei den benachbarten Fußballern umziehen und duschen. "Wenn dort sonntags aber zwei Spiele stattfinden, haben wir da jetzt schon keinen Platz", wäre eine Investition auch für Piechula unabdingbar.

Erst einmal sollen jetzt aber ohnehin die Mitglieder entscheiden. Am Sonntag, 1. Oktober um 10.30 Uhr sind die VfB-Aktiven auf ihrer Versammlung nach ihrer Meinung gefragt. Am Dienstag, 10. Oktober, treffen sich die Oberlohberger um 19 Uhr. Entscheiden sich die Lohberger vorher gegen eine Fusion, macht der Termin allerdings keinen Sinn mehr. Und so blickt man bei der SGP gespannt zum Nachbarn.

(RP)